globaLE 2020

Aufgrund der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie war lange Zeit nicht klar, ob wir die Reihe dieses Jahr durchführen können. Aber nun steht fest, die GlobaLE ’20 findet vom 31. Juli bis zum 7. November 2020 statt. Flyer und Plakate wird es ab ca. Mitte Juli geben. Wenn ihr uns beim plakatieren, flyern oder anderweitig helfen möchtet, meldet euch gern!

Alle Veranstaltungen finden unter Einhaltung der jeweiligen Corona-Auflagen statt. Achtung: Die Open-Air Veranstaltungen im August werden je nach Sonnenuntergang etwas später mit den Filmvorführungen beginnen, – bei einigen Veranstaltungen überbrücken wir die Zeit bis der Film startet mit Einführungsvorträgen bzw. -gesprächen.

Wenn du die Reihe gut findest, überleg doch mal ob du uns eventuell unterstützen kannst. Auch kleine Spenden helfen uns weiter. Jede Unterstützung ist wichtig! Danke!

 

Kommende Veranstaltungen

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Vergangene Veranstaltungen

Wann: Fr 31 Juli 2020 2020 20:00 - 23:00

Das Mafia-Paradies - Kuba vor der Revolution von 1959

Kuba, BRD / 2012 / 52 min / Bernhard Pfletschinger und Hans-Peter Weymar / dt. / Vor dem Film kurze Einführung und anschließend Diskussion mit Hans-Peter Weymar (Regie), Ivet López Rodríguez (stellv. Botschafterin der Republik Kuba in d. BRD) und dem Journalisten Volker Hermsdorf. Vorab: Ab ca. 19:30 Uhr Live-Musik.

Im März 1952 riss General Fulgencio Batista y Zaldívar durch einen Militärputsch mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes CIA die Macht auf Kuba an sich. Danach hätte der Inselstaat eine der zahlreichen, von Washington kontrollierten Militärdiktaturen im Hinterhof der USA werden können. Aber unter Batista wurde daraus mehr: Es entstand ein Mafia-Staat. Bosse der italo-amerikanischen »Cosa Nostra« wie Lucky Luciano oder Santo Trafficante sowie der Chef der jüdisch-amerikanischen »Kosher Nostra«, Meyer Lansky, konnten sich unter Batista im kubanischen Staatsapparat einnisten und Havanna in die Weltstadt des Glückspiels, des Drogen- und Waffenhandels, der Geldwäsche und der Prostitution verwandeln. Kuba wurde, sagt der US-amerikanische Politologe Karl E. Meyer, »zum Bordell der USA«. Hunderttausende Amerikaner wurden mit Billigflügen in die Spielcasinos, Kabaretts, Pornokinos und in die mit Prostituierten gut versorgten Nobelhotels gelockt und dort ausgenommen. Die Millionengewinne verschwanden in den Taschen der US-Mafia und des Batista-Clans, die Landbevölkerung dagegen hungerte. Widerstand gegen das Regime und seine Mafia-Komplizen wurde vom staatlichen Repressionsapparat brutal bekämpft. Trotzdem gelang es den sozialistischen Revolutionären schließlich mit wachsendem Rückhalt der Kubaner, zum Jahreswechsel 1958/59 die Macht auf der Insel zu übernehmen. Auf Kuba hatte die Mafia ihren Traum vom eigenen Staat fast verwirklicht – und nirgendwo stürzte sie tiefer und wurde entschiedener davon gejagt. Die Dokumentation zeigt, vor welchem Hintergrund sich die sozialistische Revolution auf Kuba vollzog.

Wir zeigen den Film vor allem auch vor dem Hintergrund, der aktuellen völkerrechtswidrigen Sanktionen gegen Kuba, die seit diesem Sommer drastisch von der US Administration verschärft wurden.

Petition: Für ein Ende der Blockade gegen Kuba.

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Wann: Sa 01 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Por la Vida - Für das Leben

Kuba / 2016 / 56 min / Niurka Dámarys Rodríguez / original m. dt. UT / Vorab mit einer Einführung zu Kubas Internationalismus mit Dr. med. Klaus Piel (Humanitäre Cuba Hilfe e.V.) und einer Einführung zur Ebola- und Seuchenproblematik von Dr. med. Regina Mertens (Tropenmedizinerin). Anschließend an den Film Diskussion.

Der Film zeigt bewegende Bilder und vermittelt einen tiefen Eindruck über die kubanischen Ärzte, die sich wie hier die medizinischen Fachkräfte der Brigade Henry Reeve bei der Bekämpfung von Ebola in Westafrika und bei vergleichbaren Einsätzen weltweit auszeichnen. Er arbeitet ihre Motivation und ihr menschliches und ärztliches Selbstverständnis heraus und zeigt, wie tief sie das humanistische Vorbild Fidel Castros und die Utopie Che Guevaras vom Neuen Menschen geprägt haben.

Beim Ebola-Ausbruch 2014 in Westafrika haben sich rund 22.000 Menschen infiziert, über 15000 sind bis August 2015 gestorben. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hatte schon frühzeitig vor einer solchen Epidemie gewarnt, doch spürbare Hilfe kam durch eine Fehleinschätzung der WHO sehr spät. Sie appellierte dann vor allem an die ehemaligen Kolonisatoren England, Frankreich und die USA, aber auch an Kuba wegen der permanenten humanitären Hilfe der kleinen Insel in Afrika und auch wegen der Unterstützung im antikolonialen Befreiungskampf des Kontinentes.

So schickte Kuba als erstes Land und binnen kürzester Zeit über 250 Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen der Brigade „Henry Reeve“ in die betroffenen Regionen Westafrikas - das größte Kontingent ausländischer Ärzt*innen vor Ort. Für dieses einzigartige Programm der internationalen Solidarität im medizinischen Bereich erfuhr Kuba weltweit Lob und Anerkennung, selbst in den großen Medien der USA. Die Brigade Henry Reeve wurde sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Thematisiert werden muss aber auch, dass Epidemien wie Ebola sich vor allem dort ausbreiten, wo Unterentwicklung und kapitalistische Ausbeutung herrschen, Profite mehr zählen als humane Entwicklung. Während manche Regierungen es vorziehen Soldaten zu schicken (z.B. USA, besonders krass 2010 nach dem Erdbeben in Haiti), senden andere wie Kuba medizinisches Personal.

Auch in der derzeitigen Corona-Pandemie unterstützen kubanische Ärzteteams aktuell in 27 Ländern der Welt den Kampf gegen das Virus - auch in Europa. Aber während internationale Medien das Land für seine erfolgreichen Einsätze gegen die Pandemie loben, setzen die USA Kuba auf eine Liste von "Terrorstaaten" und behindern massiv die Lieferungen von Medikamenten, Rohstoffen für die Impfstoffentwicklung sowie medizinischen Hilfsgütern an die kubanische Bevölkerung. Aber nicht nur das: Die US-Regierung versucht derzeit mit allen Mitteln, Kuba im Windschatten der "Coronakrise" in die Knie zu zwingen, indem sie Druck auf Länder ausübt, auf kubanische Ärztemissionen zu verzichten, und Geldüberweisungen der im Ausland lebenden Kubaner*innen an ihre Familien unterbindet - die wichtigsten Devisenquellen, die der Insel noch verbleiben...

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Wann: Mi 05 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Das Fieber

Österreich, Schweiz, BRD / 2019 / 99 min / Katharina Weingartner / original mit dt. UT / Vorab mit einer Einführung von Prof. Dr. Stefan Schubert (ehem. Leiter des Fachbereichs Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig) und anschließend Diskussion u.a. mit Katharina Weingartner (Filmemacherin, Wien).

Das Fieber zeigt den Kampf gegen Malaria in Ostafrika als Fallstudie kolonialer Unterwerfung, Profitgier und mutiger Selbstbestimmung.

Malaria hat mehr Menschen getötet, als alle Krankheiten und Kriege dieser Erde zusammen. Nun brachte Covid-19 die Welt zum Stillstand, aber der Malaria-Parasit wütet unbeachtet weiter: Als Folge des globalen Lockdowns wird er südlich der Sahara dieses Jahr eine Million Menschen töten - doppelt so viele wie sonst Jahr für Jahr.

Black Lives Don´t Matter? Was wäre, wenn eine Heilpflanze den ältesten Parasiten der Menschheit besänftigen und tausende Menschenleben retten könnte? Tag für Tag?

Der Widerstand ist bezeichnend: Pharmakonzerne fürchten um ihre Profite. Großspender wie die Gates Stiftung propagieren kommerzielle High-Tech-Lösungen. Sie wollen koloniale Muster fortschreiben und sich am geplünderten Kontinent weiter bereichern. Nicht einmal die Malaria-Expert*innen der WHO - von weißen Philantropen und deren Marktstrategien längst entmachtet – setzen sich für lokale Lösungen ein.

Das Fieber verweigert den ewig gleichen Blick auf afrikanisches "Leid". Der Film folgt drei ostafrikanischen Protagonist*innen, die auf Selbstbestimmung insistieren. Ihre Arbeit an lokalen Lösungen könnte Millionen Menschenleben retten - vor Malaria und vielleicht vor anderen globalen Pandemien.

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Wann: Do 06 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Faschismus AG

Griechenland / 2014 / 74 min / Aris Chatzistefanou/ o.m.dt.UT. / Vorab ein Gespräch mit Heinz Bilan und im Anschluss Diskussion u.a. mit Genoss*innen von der Kommunistischen Organisation.

In seinem Dokumentarfilm "Faschismus AG" zeigt Aris Chatzistefanou, wie Industrielle und Bankiers in den 20er und 30er Jahren den Faschismus förderten, um sozialistische Bewegungen und Gewerkschaften zu zerschlagen. An den Rändern Europas würde sich heute dieses Muster wiederholen: In Griechenland wurden rechtsextreme Parteien wie „Goldene Morgenröte“ und LAOS von Teilen der ökonomischen Eliten und der großen Medienkonzerne als „letztes Mittel“ unterstützt. LAOS wurde sogar von der EU ausdrücklich als Teil der damaligen nicht gewählten Regierung von Loukas Papadimos willkommen geheißen. In der Ukraine unterstützten währenddessen EU, USA und IWF eine Regierung unter Beteiligung der neonazistischen Swoboda-Partei, um ökonomische und geopolitische Interessen durchzusetzen. Aber man muss gar nicht in die Ferne schweifen, – auch in der Bundesrepublik können wir seit einigen Jahren ähnliche Muster und Parallelen nicht nur durch den Aufstieg der AfD beobachten. Stärkung rechter Strukturen und Unterwanderung linker Bewegungen gehören dazu, genauso wie die Anpassung linker Parteien an den bürgerlichen Parlamentarismus. Die offene Verbreitung völkischer Ideologien findet auch hierzulande vermehrt statt und längst ist nicht überall wo „Antifa“ draufsteht auch Antifaschismus drin, – gerade auch in Leipzig. Ein gefährliches Spiel, dass, wenn von fortschrittlichen Kräften nicht verstanden, leicht außer Kontrolle geraten kann und weshalb wir reden müssen...

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Wann: Fr 07 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Das Fest des Huhnes

Österreich / 1992 / 56 min / Walter Wippersberg / original mit dt. UT / Vorab kurze kritische Einführung zur Geschichte der Ethnologie und zu kolonialer Geschichte in Leipzig und Anschluss Diskussion u.a. mit Kevin Breß (Ausstellungskurator Grassimuseum) und Linda (AG Leipzig Postkolonial).

Das Verfahren vieler weißer Forscher*innen, die nach Afrika reisen, um ethnologische Studien zu betreiben und anschließend in Dokumentarfilmen die Gewohnheiten und Gebräuche schwarzer Stämme zu interpretieren, hat Walter Wippersberg umgedreht: In seiner Geschichte verschlägt es einen schwarzafrikanischen Forscher nach Oberösterreich.

Die Kirchen, einst wichtiger Versammlungsort sind leer - dafür drängen sich die Ureinwohner ob der Enns in einem riesigen Zelt zusammen. Dort trinken sie gewaltige Mengen einer gelblichen Flüssigkeit und vertilgen hauptsächlich Hühner. Worauf der Forscher eine Sensation wittert. Das weiße Volk hat ein neues Götzenbild: Das Huhn hat das Lamm abgelöst...

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Wann: Sa 08 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Fire in the blood

Indien / 2013 / 83 min / Dylan Mohan Gray / original mit dt. UT. / Vorab kurze Einführung und anschließend Diskussion mit Maximilian Klein (BUKO-Pharmakampagne), Maximilian Brauner (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte) und Chiara Hammel (Universities Allied for Essential Medicines).

„Der einzige Grund, weshalb wir sterben, ist, dass wir arm sind.“ Die Worte eines AIDS-Aktivisten aus Südafrika bringen auf den Punkt, was in der Weltöffentlichkeit kaum wahrgenommen wird: Während HIV im Westen seit der Entwicklung von antiretroviralen Medikamenten nicht mehr einem Todesurteil gleichkommt, bleiben diese Arzneimittel für die Menschen in Entwicklungsländern unerschwinglich. Hoffnung keimt auf, seit in Indien preisgünstige Generika produziert werden. Doch die grossen Pharmakonzerne gehen juristisch gegen deren Verbreitung vor. FIRE IN THE BLOOD dokumentiert den Kampf gegen diese unsinnige Blockade, ihren Erfolg in Sachen HIV-Medikation und den brutalen Gegenschlag der Pharmaindustrie.
Auch uns in Deutschland stellt der Film direkt eine Frage: Wieso zahlen wir ca. 90% der Kosten von Medikamenten direkt in die Gewinnkasse der Pharmaindustrie ein, obwohl die zur Arzneimittelentwicklung notwendige Forschung fast ausschließlich von uns, durch Steuergelder, getragen wird?

Weitere Informationen:

BUKO Pharmakampagne.
Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte.
Learn more about how India continues to provide the world with access to life-saving medicine.
Learn more about medical innovation.
Learn more about the Trans-Pacific Partnership (TPP).
Get involved.
med4all.
Universities Allied for Essential Medicines.

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Wann: Mi 12 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Verdrängung hat viele Gesichter

BRD / 2014 / 94 min / Filmkollektiv Schwarzer Hahn / dt. / Anschließend Diskussion mit Mietrechtsaktivist*innen.

Ein kleiner Kiez zwischen Ost und West. Verwilderte Brachen am ehemaligen Mauerstreifen. Motorsägen und Baukräne. Neubauten, Eigentumswohnungen und steigende Mieten. Versteckte Armut, Alteingesessene, zugezogene Mittelschicht, Architekten, Baugruppen. Auf engstem Raum wird ein Kampf ausgetragen. Von Gesicht zu Gesicht. Direkt. Ohne Blatt vor dem Mund. Ängste artikulieren sich. Auf allen Seiten. Wut verschafft sich Ausdruck. Ein Kampf um Millimeter. Um den Kiez. Um Würde. Und um das eigene Leben.

Der Dokumentarfilm stellt Fragen, wie wir in einer Stadt zusammen leben wollen und wem die Stadt gehört. Anhand von Interviews und Reportagen wird über einen Zeitraum von fünf Jahren beleuchtet, was für Folgen der rasante Wandel Berlins für seine Bewohnerinnen und Bewohner hat und welche Konflikte dabei aufbrechen können. Hierbei beginnen immer mehr Menschen, sich gegen Wuchermieten aufzulehnen und Ihr Lebensumfeld zu verteidigen.

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Wann: Do 13 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Premiere: Uta

BRD / 2019 / 90 min / Mario Schneider / dt. / Anschließend Diskussion mit Mario Schneider.

Uta ist Straßenmusikerin in Leipzig und nahezu blind. Sie und ihr Freund Jens, Musiker und Kabarettist, leben ein spartanisches Leben an der Existenzgrenze – aber sie sind glücklich.

Der Dokumentarfilm erzählt von einer beeindruckenden Persönlichkeit, die trotz viel erlebtem Unglück dem Leben dennoch mit Offenheit und Güte entgegen tritt. Der Film ist das Portrait einer starken Frau, die uns begreifbar macht, dass Glücklichsein kein Zustand, sondern eine Fähigkeit ist.

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Wann: Fr 14 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Der Wasserkrieg (2006) + Before the Coup (2020)

Wir zeigen an diesem Themenabend zur Situation in Bolivien zwei Filme: Der Wasserkrieg / Bolivien / 2006 / 18min / OmdU und Before the coup / Bolivien / 2020 / 24min / Diego Gonzales / original mit engl. UT / Im Anschluss Gespräch mit Rumi Muruchi Poma (Ayni - Verein für Ressourcengerechtigkeit e.V.).

Im September werden in Bolivien voraussichtlich Wahlen stattfinden. Seit dem gewaltsamen Sturz der Regierung häufen sich die Berichte über Menschenrechtsverletzungen, Verfolgungen und Tötungen von Aktivist*innen in dem Andenstaat.

Am 12. November 2019 ersetzte in Bolivien eine reaktionäre Putschregierung eine demokratisch gewählte Regierung. Die Regierung von Evo Morales und Alvaro Linera verkündeten am 10. November 2019 ihren erzwungenen Rücktritt, nachdem das Haus von Evos Schwester und die Häuser einiger seiner Minister und Gouverneure aus der Partei MAS (Bewegung zum Sozialismus) niedergebrannt wurden. Die internationale und nationale Presse, vertuscht den Charakter dieses Putsches mit dem Argument des Wahlbetrugs.
Nichts rechtfertigt einen Staatsstreich und die Jagd auf die Ureinwohner, die mit der De-facto-Regierung von Jeannine Áñez begann. Zahlreiche Opfer sind seither zu beklagen. Das einzige "Verbrechen" von Evo Morales ist es, ein Indio zu sein, der die Indios sehr schlecht verteidigte und ihre Henker finanziell gemästet hat…

An dem Abend wollen wir einen Blick auf die letzten 20 Jahre in Bolivien richten. Der Film "Der Wasserkrieg" gibt einen Abriss über die Kämpfe gegen die Privatisierung des Wassers Anfang der 2000er Jahre bis zum Sieg der MAS. Daran anschließend läuft der Film "Before the coup" (Antes del Golpe) von Diego Gonzales, welcher Evo Morales noch wenige Tage vor dem Putsch interviewte. Daran anschließend wird Rumi Muruchi Poma zur aktuellen Situation berichten und mit uns diskutieren.

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Wann: Sa 15 August 2020 2020 20:00 - 23:00

The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt

Brasilien, BRD / 2018 / 88 min / Hans Block und Moritz Riesewieck / original mit dt. UT / Im Anschluss Diskussion u.a. mit Ines Kuche (Stellvertretende Landesbezirksleiterin ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) und Leonard Haas (AG Link für kritische Informatik an der Uni Leipzig). Gemeinsame Veranstaltung mit dem Roten Stern Leipzig. Vorab nachmittags ab 16 Uhr, Volleyball-Turnier auf dem Gelände. Das ganze ist als Amateur Turnier gedacht, ohne zu krassen Wettbewerbsstress. 🙂 Wer mitmachen möchte ist um 16 Uhr da. Außerdem wird es über den ganzen Nachmittag die Möglichkeit für "Slackline" geben. ACHTUNG Ortsänderung: Aufgrund der Corona-Bestimmungen müssen wir die Abendveranstaltung verlegen ins "Caracan" (Neue Linie 20). Die Sportveranstaltung am Nachmittag wird nach wie vor in der Teichstraße stattfinden.

"The Cleaners" enthüllt eines der bestgehüteten Geheimnisse unserer Zeit. In Manila ist eine riesige Schattenindustrie entstanden, die dort ein Herz der digitalen Zensur begründet hat. Von dort aus löschen zehntausende Menschen tagtäglich in zehn Stunden Schichten im Auftrag der großen Silicon Valley-Konzerne belastende Texte, Videos und Bilder von Facebook, YouTube, Twitter&Co. Dabei sollen die Content-Moderatoren unter harten Bedingungen brutale und verstörende Inhalte von den Plattformen herausfiltern wie etwa pornographische Szenen und verfassungsfeindliches Material. Sie selbst sind dabei diesen verstörenden Inhalten beständig ausgesetzt, müssen diese sogar zwangsweise sichten und haben mit den psychologischen Folgen zu kämpfen, für die sie kaum psychologische Begleitung erhalten. Um einen Einblick in diese versteckte Welt zu geben, zeigen die Filmemacher fünf Gatekeeper*innen und ihren Lebensalltag. Außerdem thematisieren sie die brandbeschleunigende Wirkung von Sozialen Netzwerken, wenn diese Falschmeldungen verbreiten und Emotionen gezielt verstärken.

Aufgrund der Änderungen hier nochmal der aktuelle zeitliche Ablauf an dem Tag:
- 16 Uhr, Treffen aller die am Volleyballturnier teilnehmen wollen auf dem Gelände vom Roten Stern in der Teichstraße 12.
- ca. 19:30 / 20 Uhr, Liveband-Solikonzert im Caracan (Neue Linie 20) (beide Veranstaltungsorte sind nur wenige Minuten zu Fuß voneinander entfernt).
- ca. 21:30 Uhr, Filmveranstaltung + Diskussion

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Wann: Mi 19 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Die Kraft der Schwachen

Kuba, BRD / 2018 / 50min / Tobias Kriele / original mit dt.UT / Anschließend Diskussion mit dem Journalist und Autor Volker Hermsdorf.

Jorgito aus Camagüey kommt mit einer schweren Körperbehinderung zur Welt und erfährt von Geburt an die Unterstützung des kubanischen Bildungs- und Gesundheitssystems.
Der unermüdliche Einsatz der Menschen in seiner Umgebung eröffnet Jorgito eine nicht für möglich gehaltene Entwicklung. Schon als kleiner Junge reift in ihm das Bedürfnis, der Gesellschaft die ihm gewährte Unterstützung zurückzugeben. Als Schüler, Student und mittlerweile als angehender Journalist animiert er seine Zeitgenossen, sich für die gesellschaftspolitischen Anliegen seines Landes, insbesondere die Freilassung der in den USA inhaftierten "Cuban Five" einzusetzen. Der einstmals zerbrechliche Junge spendet heute seinen schwankenden Mitmenschen Kraft.

"Die Kraft der Schwachen" bietet nachdenkliche Perspektiven auf das heutige Kuba, auf die dort existierenden Vorstellungen von Bildung und Inklusion und überrascht mit der Präsentation eines Neuen Menschen.

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Wann: Do 20 August 2020 2020 20:30 - 23:00

World Taxi

BRD, Senegal, Kosovo, USA, Thailand / 2019 / 82min / Philipp Majer / original mit dt. UT. / Vorab um 19 Uhr: Livemusik: "Den Freunden mehr Wahrheit" – schräge, böse und gesellschaftskritische Lieder und Texte mit Jan Mixsa. Anschließend Diskussion mit Leipziger Taxifahrer*innen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Schönauer Parkfests in Kooperation mit dem Kommhaus e.V. statt und ist Teil des Grünauer Kultursommers.

Fünf Taxis, fünf Städte. Bangkok, Prishtina, Dakar, El Paso und Berlin. 24 Stunden im Leben der Taxifahrer*innen. Zwischen Vordersitz und Rückbank.

Destan aus Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, erlässt auch mal das Taxigeld, während Mamadou aus Dakar mit seinen Gästen über Zweit- und Drittfrauen diskutiert. Bangkok ist ein hartes Pflaster, auf dem sich Tony durchschlägt, während in Berlin Taxifahrerin Bambi la Furiosa die aufgeputschten Gäste ins Berghain bringt und in El Paso kutschiert der väterliche Sergio Amerikanerinnen in Magenverkleinerungskliniken.

Es offenbart sich Alltägliches und Privates, Banales und Intimes. Der Rhythmus der sich öffnenden und schließenden Taxistüren verbindet die Geschichten und zeigt Unterschiede und Gemeinsamkeiten quer über den Globus hinweg. Zufallsbekanntschaften und schicksalhafte Begegnungen. Ein Mikrokosmos in der Großstadt. Unendliche Möglichkeiten. Und das Taxameter läuft...

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Wann: Fr 21 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Staßfurt - Windhoek

BRD, Namibia / 1991 / 52 min / Lilly Grote und Julia Kunert/ dt. u.o.m.dt.UT. / Im Anschluss Diskussion mit Selma Kamati und Theresia Paul, die beide damals direkt betroffen waren.

Der Dokumentarfilm ist der Vorläufer aller Dokumentationen, die in späteren Jahren über die schwarzen DDR-Kinder aus Namibia berichteten. In den Wirren des Jahres 1990 wurden die 425 Kinder, die zum Teil schon seit elf Jahren in der DDR lebten, in einer kurzfristigen Maßnahme nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias ausgeflogen.

Waren die Kleinen, darunter viele Kriegswaisen, schon bei Verbringung in die DDR seit 1979, unschuldige Opfer der gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Macht in Namibia, waren sie es im August 1990 wiederum. Getrennt von der übrigen DDR-Gesellschaft, gefühlsmäßig auf Ihre Erzieher, Lehrer, Mitschüler und die Örtlichkeiten in Staßfurt geprägt, wurden sie, ohne jeden familiären Bezug, nach Namibia abgeschoben.

Der Film beschreibt die Befindlichkeiten der Kinder unmittelbar vor der Reise und nach der Ankunft und kann als einmaliges Zeitdokument gelten. In den Folgejahren erschienen immer wieder Filmbeiträge über die schwarzen DDR-Kinder und wie sie auf unterschiedliche Weise versuchen, in Namibia zurechtzukommen. Einigen gelang dies mit beachtlichem Erfolg, die meisten jedoch hatten und haben mit den typischen Problemen entwurzelter Menschen zu kämpfen. Sie fühlen sich heimatlos, als Zufallsgast in einer immer noch fremden Gesellschaft, die sie ihr Exotentum durchaus spüren läßt und auf Distanz hält.

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Wann: Mi 26 August 2020 2020 20:00 - 22:30

Wo der Himmel aufgeht

Kuba, BRD / 2018 / 45min / Tobias Kriele / original mit dt. UT. / Im Anschluss Diskussion mit Tobias Kriele. Achtung: kurzfristige Ortsänderung aufgrund des Sturms: Wir sind heute im Pöge-Haus in der Hedwigstraße 20 im Leipziger Osten.

Der Dokumentarfilm begleitet Esther Bejarano und die Band "Microphone Mafia" auf einer Konzertreise durch Kuba. Esther Bejarano hat das KZ in Auschwitz überlebt – weil sie im dortigen Mädchenorchester spielte. Ihre Schwester wurde während des Faschismus als jüdischer Flüchtling von der Schweiz abgewiesen, zurück nach Deutschland deportiert und in Deutschland ermordet. Als Antifaschistin und Überlebende des Holocaust klärt Esther bis heute über die Gräuel jener Zeit auf und sensibilisiert dafür, konsequent den Anfängen der neu aufgekeimten Fremdenfeindlichkeit zu wehren.

Mit der Rap-Band Microphone Mafia arbeitet sie seit 2009 zusammen. 2017 unternahmen sie eine Konzertreise durch Kuba, um eine Antwort auf ihre Frage zu finden, ob das revolutionäre Kuba den Antisemitismus beseitigt hat. Tobias Kriele hat Esther Bejarano und Microphone Mafia auf dieser Reise begleitet. "Wo der Himmel aufgeht" ist mehr als ein Film gegen das Vergessen in unserer heutigen Zeit. Er hilft Menschen, nicht aufzugeben und ist ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander, gegen Rassismus, Faschismus und Krieg. Zeitzeugen wie Esther Bejarano, die aus eigener Erfahrung über die Verbrechen und die menschenverachtende Ideologie des Faschismus berichten können, werden älter und weniger. Der Film erzählt in einfühlsamen Bildern von einer Begegnung in Freundschaft.

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Wann: Do 27 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Butenland

BRD / 2019 / 82min / Marc Pierschel / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Gästen.

Ein Bauernhof, der zu einem Lebenshof wurde – Der ehemalige Milchbauer Jan Gerdes und die Tierschutzaktivistin Karin Mück haben mit ihrem Projekt Hof Butenland einen Ort geschaffen, an dem es keine Nutztiere mehr gibt: Ein friedliches Miteinander, das fast schon utopisch erscheint.

Butenland erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die die Bedürfnisse der Tiere in den Mittelpunkt stellen, fernab von jeglichen wirtschaftlichen Interessen. Filmemacher Marc Pierschel hat die beiden auf Hof Butenland über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren mit der Kamera begleitet. Das intime Porträt hält Momente des Glücks und der Trauer fest, hinterfragt den gegenwärtigen Status von Nutztieren in unserer Gesellschaft und lässt jeden berührt zurück.

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Wann: Fr 28 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Deckname Jenny

BRD / 2018 / 108min / Samira Fansa / dt. / Im Anschluss Gespräch mit Samira Fansa.

Rechtsruck in Europa. Ertrunkene Menschen im Mittelmeer. Der Staat kriminalisiert Seenotrettung. Jennys Bande schaut nicht mehr zu. Und handelt.

Doch als Jennys Vater deren militante Ambitionen herausfindet, muss er sich seiner eigenen Vergangenheit als Mitglied einer Stadtguerillagruppe stellen. Und nun wird es für alle Beteiligten eng...

Eine Geschichte zwischen Liebe und Verrat, Hoffnung und Resignation, Widerstand und Freundschaft.

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Wann: Sa 29 August 2020 2020 20:00 - 23:00

Der marktgerechte Patient

BRD / 2018 / 72 min / Leslie Franke und Herdolor Lorenz / dt. / Im Anschluss Gespräch mit Manuel Schug (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, vdää).

Es gibt zwar zahllose Berichte über skandalöse Zustände in den deutsche Krankenhäusern, erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten die Patient*innen optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patient*innen einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust). Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dort, wo er am Verletzlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet. „Wir sind nicht an der Zurschaustellung von Skandalen interessiert. Uns kommt es bei der Aufdeckung von Folgen vor allem auf die Ursachen der unhaltbaren Zustände in den deutschen Krankenhäusern an. Nur so sind sie zu verändern!“ sagen die beiden Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz.
Die Flucht aus den Krankenhäusern ist für Pfleger*innen bereits real, weil sie trotz unsäglichem Stress nicht mehr zur wirklichen Pflege der Patienten kommen. Aber auch die meisten Ärzt*innen sind es leid, gezwungen zu sein, in erster Linie auf die Profitabilität ihrer Abteilung zu achten.

Bündnis: Krankenhaus statt Fabrik.

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Wann: Di 01 September 2020 2020 16:00 - 18:00

Veranstaltung zum Weltfriedenstag - Verleihung des Leipziger Friedenspreises

Aus der Geschichte lernen heißt Widerstand gegen die heutigen Kriege zu organisieren. Friedenskundgebung und Verleihung des Leipziger Friedenspreises 2020.

Am 1. September jährt sich der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen zum 81sten Mal.
Heute stehen deutsche Truppen wieder an der Grenze zu Russland, sind in Afghanistan, vor der Küste Somalias, im Libanon, in Kosovo, in Mali und in zahlreichen weitere Einsatzgebieten.
Die Militärausgaben sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen und die Bundesregierung hält weiterhin an der Erhöhung des Budgets fürs Militär fest. Ein Beispiel dafür ist die Anschaffung bewaffneter Kampfdrohnen für die Bundeswehr. Außerdem ist seit Jahren traurige Realität, dass die Bundeswehr in verstärktem Maße an Schulen oder auf Stadtfesten auf Werbetour geht um Nachwuchs zu rekrutieren. Wir meinen dass dieser Politik entschlossener zivilgesellschaftlicher Widerstand entgegenzusetzen ist. Darum: Beteiligt euch an der Kundgebung!

Aktuelle Informationen über Ort, Zeit und Programm vorab hier auf der Seite des Bündnisses "Leipzig gegen Krieg": http://www.leipzig-gegen-krieg.de.
Aufruf "Abrüsten statt Aufrüsten": https://abruesten.jetzt/.

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Wo: Nikolaikirchhof Leipzig
Wann: Mi 02 September 2020 2020 20:00 - 23:00

National Bird

USA / 2016 / 92min / Sonia Kennebeck / original mit dt.UT / Im Anschluss Gespräch mit Reiner Braun (Kampagne "Stopp Air Base Ramstein").

System

Der Dokumentarfilm begleitet Menschen, die entschlossen sind, das Schweigen über eine der umstrittensten militärischen Maßnahmen der jüngeren Zeit zu brechen: Den geheimen Drohnenkrieg der USA.

Im Zentrum des Films stehen drei Kriegsveteranen der US-Air-Force, die in unterschiedlichen Funktionen selbst an diesem Krieg beteiligt waren. Ihre Mitschuld an der Tötung Unbekannter – und möglicherweise Unschuldiger – auf weit entfernten Kriegsschauplätzen lässt sie nicht zur Ruhe kommen. Schließlich gehen sie an die Öffentlichkeit – ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen. Im Verlauf des Films nehmen ihre Geschichten dramatische Wendungen: so fährt eine der Protagonistinnen selbst nach Afghanistan, wo sie mit einem grauenhaften Vorfall und dessen Opfern konfrontiert wird. Doch ihre Reise bietet auch Anlass für Frieden und Versöhnung.

Webseite der Kampagne: Stopp Air Base Ramstein.

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Wann: Do 03 September 2020 2020 19:30 - 23:00

Gundermann Revier

BRD / 2019 / 98min / Grit Lemke / dt. / Vorab Einführungsgespräch mit Grit Lemke und Michael Hofmann. Im Anschluss an den Film Diskussion mit Grit Lemke, Conny Gundermann und Michael Hofmann. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Kommhaus und der Volkshochschule im Rahmen des Grünauer Kultursommers.

Wie tickt der Osten? Das Lausitzer Revier und die einstige "sozialistische Wohnstadt" Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, überzeugter Kommunist, Rockpoet, Baggerfahrer und "Stimme des Ostens". In der Region und in seinem Werk bündeln sich globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung.

Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band "Seilschaft" und Conny Gundermann. Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik. Ein Film über einen von denen, "die die Welt nicht retten können aber möchten / mit viel zu kurzen Messern in viel zu langen Nächten". Und über ein Revier: die Lausitz und Hoyerswerda, den Osten.

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Wann: Sa 05 September 2020 2020 20:00 - 23:00

Das System Milch

BRD / 2017 / 94min / Andreas Pichler / dt. / Im Anschluss Diskussion u.a. mit Clemens Risse (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft). Danach Dorfdisko mit rumänischen Diskobeats.

Milch ist Big Business. Hinter dem unschuldig anmutenden Lebensmittel verbirgt sich ein milliardenschweres Industriegeflecht. Profit wird auf Kosten der Umwelt, der Tiere, der Menschen und unserer Gesundheit gemacht. Dabei ginge es auch anders…

Der Film ist eine cineastische Reise über mehrere Kontinente, die mit Vorurteilen aufräumt und Lösungen aufzeigt. Auf fast jeder Milchpackung prangt das Bild glücklicher Kühe, doch die Wirklichkeit sieht schon lange anders aus. Aus der Milchviehwirtschaft ist eine profitorientierte Industrie geworden, die dafür sorgt, dass der Milchkonsum weltweit konstant ansteigt. Der Dokumentarfilm wirft einen Blick hinter die Kulissen der Milchindustrie, zeigt eindringlich die Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt auf und stellt dar, welche Verantwortung Politik und Verbraucher in einer globalisierten Welt tragen.

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Wann: Mi 09 September 2020 2020 20:00 - 23:00

Das Salz der Erde

Brasilien, Frankreich / 2014 / 110min / Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado / original mit dt. UT.

In den vergangenen 40 Jahren hat der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado auf allen Kontinenten die Spuren unserer sich wandelnden Welt und Menschheitsgeschichte dokumentiert. Dabei war er Zeuge wichtiger Ereignisse der letzten Jahrzehnte – von internationalen Konflikten, Kriegen und ihren Folgen, von Hungersnöten, Vertreibung und Leid. Seine beeindruckenden Fotoreportagen haben den Blick auf unsere Welt geformt.

Salgado selbst wäre seelisch an dieser Aufgabe fast zugrunde gegangen, wenn er nicht ein neues, ein gigantisches Fotoprojekt begonnen hätte: „Genesis“. Fast die Hälfte unseres Planeten ist bis zum heutigen Tag unberührt. Mit seiner Kamera widmet sich Salgado seit nunmehr fast einem Jahrzehnt diesen paradiesischen Orten unserer Erde, kehrt an den Ursprung allen Lebens zurück und offenbart uns eine wunderbare Hommage an die Schönheit unseres Planeten.

Der Film präsentiert Sebastião Salgados Leben und Arbeit aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Salgado, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, Bewunderer von Salgados Fotokunst, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit.

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Wann: Do 10 September 2020 2020 19:00 - 22:00

Der marktgerechte Mensch

BRD / 2020 / 99 min / Leslie Franke und Herdolor Lorenz / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Bernhard Krabiell (ver.di) und Franziska Keiditsch (Lehrkräften gegen Prekarität). Achtung: Die Veranstaltung beginnt bereits 19:00 Uhr und nicht wie sonst üblich 20 Uhr.

Im Kapitalismus wird alles zur Ware, - auch der Mensch selbst. Wenn Effizienz als einziger anzustrebender Wert auf dem freien Markt übrig bleibt, verändert sich die Arbeitswelt in eine pausenlose Konkurrenzmaschinerie. Was geschieht mit Menschen, die zunehmend in allen Bereichen dem Wettbewerbsdiktat unterworfen sind?

Die Filmemacher*innen gehen an die Arbeitsplätze der neuen Modelle des Kapitalismus wie der Gig-Economie, wie der Arbeit auf Abruf. Sie treffen auf Menschen in bisher sicher geglaubten Arbeitsstrukturen an Universitäten oder in langjährigen Arbeitsverhältnissen mittlerer- und oberer Leitungspositionen. Und beobachten wie sich die Verschärfung des Wettbewerbs immer stärker auf den Einzelnen verlagert, was Solidarisierung tragbaren sozialen Beziehungen nur sehr schwer Raum lässt. Depression und Burnout machen Menschen, die an dieser Last und Unsicherheit zerbrechen, das Leben zur Hölle. Selbst dann noch glauben viele, an ihrem Schicksal schuld und ein Einzelfall zu sein.

Doch dieser Wahnsinn ist nicht alternativlos. Der Film stellt auch Alternativen zur Diskussion, - er zeigt Beschäftigte von Lieferdiensten, die einen Betriebsrat gründen und die Kraft der Solidarität von jungen Menschen, die für einen Systemwandel eintreten. "Der marktgerechte Mensch" ist ein Film, der die Situation hinterfragt, Mut machen will, sich einzumischen und zusammenzuschließen.

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Wann: Fr 11 September 2020 2020 20:00 - 23:00

Premiere: Wer rettet wen? Reloaded

BRD / 2020 / 90min / Leslie Franke und Herdolor Lorenz / dt.und original mit dt UT. / Anschließend Diskussion mit Rouzbeh Taheri (u.a. Initiative "Deutsche Wohnen & co enteignen") und Mitgliedern des Leipziger Stadtteilladens ZweiEck.

Alle Welt redet von der "Corona- Krise". Doch Corona ist nur ein Brandbeschleuniger. Die Weltwirtschaftskrise hatte schon im Dezember 2018 begonnen, als Finanzderivate Vermögen in Höhe von fünf Billionen Dollar vernichteten – das sind 12 Jahre die Ausgaben des deutschen Bundeshaushalts! Die industrielle Produktion rutschte sogleich ins Minus. Satyajit Das, Finanzexperte und Protagonist des Films: "Covid 19 ist angesichts der spekulativen Immobilienpreise, des Bankensystems und der Schuldenberge nur die Stecknadel, die in eine Blase sticht."

Aus der letzten Krise wissen wir, dass Krisen stets das Einkommen, die Arbeitsrechte und die persönliche Sicherheit der Lohnabhängigen und die Demokratie bedrohen. Mit der Finanzkrise wurde die Arbeit auf Abruf, als Freelancer und in der Gig-Ökonomie ohne jede soziale Absicherung zum Alltag. Dies haben wir im Film "Der marktgerechte Mensch" unter die Lupe genommen und betrifft in den „entwickelten“ Staaten des Westens nun 40% aller Beschäftigten. Sie sind es auch, die in dieser Krise kein Kurzarbeitergeld bekommen und trotzdem die Miete zahlen müssen. Karstadt-Kaufhof schließt die Hälfte der Filialen. Und das ist sicher nur der Anfang. Satyajit Das: "Wir haben nichts aus der Finanzkrise 2008 gelernt. Die augenblickliche Wirtschaftskrise hat nur eine Parallele, die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren."

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Wann: Mo 14 September 2020 2020 20:00 - 23:00

Je veux du soleil – Auch ich will Sonne

Frankreich / 2019 / 76min / Gilles Perret und François Ruffin / OmdU / Im Anschluss Diskussion u.a. mit der Aktivistin und Journalistin Marie-Dominique Vernhes (Redaktion "Sand im Getriebe").

Der Dokumentarfilm, Ende 2018 / Anfang 2019 gedreht, zeichnet mit einer Reihe von Interviews und Schilderungen ein plastisches Bild unserer Zeit. Auf den Straßen Frankreichs formiert sich mit den "Gelbwesten" eine neue soziale Bewegung, die die Grundfesten der etablierten neoliberalen Politik bis ins Mark erschüttert. Es ist das "Frankreich der kleinen Leute", derjenigen, die nur ihre Arbeitskraft besitzen, die nicht mehr mitmachen wollen und sich aufzulehnen beginnen: Erwerbslose, Lohnabhängige, prekär Beschäftigte, Saisonarbeiter*innen, Kleinunternehmer*innen oder Handwerker*innen mit geringen Einkommen. Auch viele Rentner*innen haben eine gelbe Weste angezogen. Seit 2014 erlitten sie wiederholt Kürzungen ihrer Bezüge – die meisten müssen mit unter 1.000 Euro monatlich auskommen – oder erlebten, wie es ihren Kindern und Enkelkindern immer schlechter geht.

Es ist jedoch keine Opfermentalität, die sie antreibt, sondern Wut, Verzweiflung und Abscheu gegenüber der systematischen Täuschung und Demütigung durch eine sozial völlig ignorante Politik, aber auch neu entdecktes Selbstbewusstsein und wachsender Spott gegenüber Regierung, Superreichen und den ihnen ergebenen Medien. "Nachdem er uns beleidigt und uns wie Dreck behandelt hat, präsentiert Macron uns nun als eine faschistoide und fremdenfeindliche Menge mit Hassgefühlen. Aber wir sind genau das Gegenteil: wir sind weder rassistisch, sexistisch noch homophob. Wir sind stolz darauf, trotz und mit all unseren Unterschieden untereinander zusammengekommen zu sein, um eine Gesellschaft der Solidarität aufzubauen." (aus einem Aufruf der "Gelbwesten" im Januar 2019)

Der Anlass der Proteste war eine geplante Erhöhung der Kraftstoffsteuer. Bald aber schälten sich weiterreichende soziale Forderungen der "Gilets Jaunes" in vier wesentlichen Feldern heraus:
* soziale Gerechtigkeit und Steuergerechtigkeit
* Ausbau der öffentlichen Dienste
* Antworten auf die Umwelt- und Klimakatastrophe
* eine substantielle Veränderung des politischen Systems.
Hinzu kommt die Zurückweisung der massiven polizeilichen und juristischen Repression.

Solche Forderungen sind in Frankreich nicht neu – gegen neoliberale Reformprogramme gab es in den letzten Jahren immer wieder starke Widerstände. Die Gelbwesten jedoch stellen eine neue Qualität sozialer Bewegung dar. Sie entstanden überraschend für alle anderen politischen Kräfte und unterscheiden sich teilweise in ihren Aktionsformen und internen Strukturen von klassischen Protestbewegungen. Sie enttabuisieren die sozialen, politischen und kulturellen Entwürdigungen und brechen damit bewusst auch mit dem neoliberalen Kern-Dogma der "Schuld des Einzelnen". So erwächst persönlich und kollektiv aus resignativem Unmut eine tiefgreifende Umwälzung der Alltagskultur: die organisierte politische Gegenwehr wird zum dauerhaft perspektivbildenden, erfreulichen Lebensinhalt.

Auf diese Weise entsteht eine unaufhaltsame Bewegung, mit deren Zielen die Mehrheit der Bevölkerung trotz aller Bekämpfung in zunehmendem Maße sympathisiert. Das Leben wird heller, aussichtsreicher und beschwingt. Ein lehrreiches Beispiel.

"Man muß jede Sphäre der deutschen Gesellschaft als die partie honteuse [den Schandfleck] der deutschen Gesellschaft schildern, man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" (Karl Marx, "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung", MEW Bd.1, 1844.)

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Wann: Mi 16 September 2020 2020 20:30 - 23:00

Perro

Nicaragua, BRD / 2020 / 79min / Lin Sternal / original mit dt. UT / Im Anschluss Diskussion mit Lin Sternal (Regie), Julia Hönemann (Kamera). Hinweis: Der Film beginnt 20:30 Uhr, da vorher noch ein Chor im Untergeschoss probt. Einlass ist aber bereits vorher.

Der heranwachsende Perro lebt mit seiner Großmutter in Bangkukuk im Dschungel des südlichen Nicaragua. Trotz aller Abgeschiedenheit ist die indigene Gemeinde mit dem Wandel konfrontiert: Über das Radio erfahren die Menschen vom Plan der Regierung, den fast 300 Kilometer langen Gran Canal zu bauen, der den Atlantik mit dem Pazifik verbinden soll. 120 000 Menschen droht die Zwangsumsiedlung, auch die Heimat von Perro und seiner Oma ist in Gefahr. Die ältere Generation ruft Gott an, Perros Großmutter möchte ihren Enkel mit Gebeten beschützen. Dieser lebt zunächst sein gewohntes Leben weiter, geht fischen, versorgt die Tiere auf der kleinen Farm und streift mit seinen Freunden durch den Dschungel. Als jedoch Perros Lehrer an einen anderen Ort versetzt wird, muss der in sich gekehrte, feinfühlige Junge in die Stadt zu seiner Tante. Er muss sich Abschied und Neubeginn stellen und einen eigenen Weg in eine ihm noch unbekannte Welt finden. Sein Hausschwein Piggy begleitet ihn.

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Wann: Do 17 September 2020 2020 20:00 - 23:00

Rote Räte

BRD / 2019 / 60min / Klaus Stanjek / dt. und mit dt. UT / Anschließend Diskussion mit Heinz Ahlreip (Rote Hilfe) und einem Vertreter der AG Revolutionäre Arbeiterbewegung und Kommunistische Partei der KO.

Im Jahr 1918 wurde in Deutschland der Ruf nach einer besseren Gesellschaft unüberhörbar laut. Nach dem Sturz der Kaiserherrschaft forderte die Bevölkerung einen Neuanfang: mehr Mitbestimmung, mehr Gleichberechtigung, mehr Freiheiten. Besonders in Bayern entstand nach der Revolution ein regelrechtes Labor der Demokratie – sowohl mit basisdemokratischen als auch sozialistischen Experimenten. Und mit weitsichtigen Initiativen. Bis zur Diffamierung und blutrünstigen Niederschlagung durch die konservative Gegenrevolution.

60 Jahre später hat der Regisseur Augenzeugen der Münchener Räterepublik nach ihren Erlebnissen und Einschätzungen befragt. Diese erst kürzlich restaurierten Videoaufnahmen mit einem damaligen Schreiner, einem Kaufmann, einem Berufssoldaten, einem Studenten, einem Buchbinder und dem mit Gustav Landauer und Kurt Eisner befreundeten Anarchisten Augustin Souchy bilden die Grundlage des Films über die Geburt der Demokratie in Bayern.

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Wann: Mi 23 September 2020 2020 20:00 - 23:00

River Blue

Kanada / 2017 / 95min / Roger Williams, David McIlvride / original mit engl. UT./ Im Anschluss Diskussion mit Vivien Tauchmann (Clean Clothes Campaign). Gemeinsame Veranstaltung mit Eine Welt e.V., Attac Leipzig und der "Kampagne für saubere Kleidung" im Rahmen der Fairen Modewoche Leipzig.

System

Sauberes Wasser ist ein für Mensch und Umwelt essentielles, doch immer knapperes Gut. Denn die wichtigsten Gewässer der Welt werden kontinuierlich mit schädlichen Chemikalien vergiftet. Einer der Verursacher Nummer eins ist die Modeindustrie.

Um den Hunger nach Kleidung für den Weltmarkt zu stillen setzen große Modemarken giftige Chemikalien wie Quecksilber und Kadmium ein und entsorgen diese anschließend unverantwortlich in den Flüssen. Darin werden die Gifte kaum abgebaut - mit verheerenden Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen, deren Lebensgrundlage die fließenden Gewässer sind. Diese bahnbrechende Dokumentation zeigt Ursachen und Auswirkungen der Zerstörung der Flüsse und macht gleichzeitig auf mögliche Lösungen aufmerksam. Kann die Modeindustrie sich ändern?

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Wann: Do 24 September 2020 2020 20:00 - 22:00

Zero

Ungarn / Spielfilm / 2014 / 83min / Gyula Nemes / original mit dt. UT. /

Zero ist eine Komödie, besser, eine Farce, aber auch eine Art Science Fiction. Albert Einstein hat vorausgesagt, dass die Menschheit nur noch vier Jahre zu leben hat, wenn die Bienen aussterben sollten.

Wir befinden uns im Jahr 2018 und erzählen die Geschichte eines Imkers, der zum Terroristen wird, weil seine Bienenkolonie durch verschiedene, schädliche Umwelteinflüsse dahingerafft wird.

Unser Held tritt den Kampf gegen multinationale Konzerne an, und endet schließlich in Afrika, wo ihn Hamburger und Cola in einem schäbigen Fast Food Lokal vor dem verhungern retten werden. Das System, das er in Europa bekämpft, rettet ihm in Afrika das Leben. Ein Paradoxon. Ein Dilemma...

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Wann: Mi 30 September 2020 2020 20:00 - 22:00

The Wall

Großbritannien / Spielfilm / 1982 / 99min / Alan Parker /

System

Als die britische Rockband "Pink Floyd" im November 1979 das Konzeptalbum "The Wall" auf den Markt brachte, legte sie damit nicht nur eine Platte vor, die zu den meist verkauften Alben der Welt gehören sollte. Sie präsentierte der Öffentlichkeit auch ein Werk voller persönlicher Erfahrungen, psychologischer Qualen und Menschlichkeit. In finsteren und häufig bizarren, vor allem aber brillanten Bildern bannt Regisseur Alan Parker dieses musikalische Meisterwerk auf Zelluloid und lässt so einen faszinierenden Film entstehen...

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Wann: Do 01 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

Bamboo Stories

Bangladesch, BRD / 2019 / 96min / Shaheen Dill-Riaz / OmdU / Im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher Shaheen Dill-Riaz. Achtung Ortsänderung: Aufgrund von Umbauarbeiten im UT Connewitz findet die Veranstaltung ein paar Meter weiter im Werk 2 in der Halle D statt.

Bambus gilt heute selbst im Westen als gutes und nachhaltiges Material. Aber woher kommt dieses Material und welche ist der erste Schritt in der Produktionskette?

Es ist Hochsommer im Nordosten Bangladeschs. Fünf Männer stehen vor einer gefährlichen Mission. Mit ihrem Floß müssen sie den großen Fluss bezwingen. Einen Monat soll die Fahrt dauern, über 300 Kilometer immer flussabwärts. Die Fracht: 25.000 Bambusstämme. Tagsüber zehren Hitze, Regen und Stromschnellen an den Kräften. Nachts lauern Diebe und Piraten in der Dunkelheit des Flusses auf leichte Beute. Aber das ist es den Männern wert. Denn bei dieser Reise geht es um ihre Existenz.

Mit atemberaubenden Aufnahmen führt der Film die Zuschauer*innen in die raue Welt einer Handvoll Männer ein, die seit Generationen Bambus fällen und das Holz mit riesigen Flößen zu den Großhändlern in der Hauptstadt Dhaka bringen. Ein vielschichtiger Film über den Baustoff der Armen - und denjenigen, die ihm ihr Leben widmen.

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Wann: Fr 02 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

Ich war neunzehn

Spielfilm / DDR / 1967 / 119min. / Konrad Wolf / dt. / Veranstaltung anlässlich 75 Jahre Befreiung vom Faschismus. Im Anschluss Diskussion mit Edmund Pelzer und Mike Nagler.

April 1945. In der Uniform eines sowjetischen Leutnants kommt der 19-jährige Deutsche Gregor Hecker in seine Heimat zurück. Er war acht, als seine Eltern mit ihm nach Moskau emigrierten. Vom 16. April bis 2. Mai fährt er im sowjetischen Militärfahrzeug auf dem Weg der 48. Armee von der Oder nördlich an Berlin vorbei. Mit einem Lautsprecher fordert Gregor die noch vereinzelt kämpfenden Soldaten zum Überlaufen auf. Einige kommen, andere antworten mit Schüssen.

Täglich begegnet er Menschen unterschiedlicher Art, hoffnungsvollen, verwirrten, verzweifelten. Bei seinen russischen Freunden fühlt er sich zu Hause, viele der Deutschen geben ihm Rätsel auf. Langsam begreift er, dass es "die Deutschen" nicht gibt. Er trifft einfache Leute, Mitläufer, Rückversicherer, Überläufer, Durchhaltefanatiker, eingefleischte Faschisten. Die erste Begegnung mit aus dem Konzentrationslager befreiten Antifaschisten wird für ihn zu einem bewegenden Erlebnis. Und als sein Freund Sascha bei einem letzten Kampfeinsatz fällt, steht für den erschütterten jungen Mann fest, dass er hier am Aufbau einer anderen, besseren Gesellschaft wirken wird.

Hinweis: Am kommenden Tag, Sa. 3.10. findet in Torgau eine Kundgebung und Gedenkveranstaltung statt. Die Veranstaltung war ursprünglich am 25.4. zum 75. Jahrestag der Begegnung von Roter Armee und US Armee an der Elbe in Torgau geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Veranstaltung im April nicht stattfinden und wird am 3.10. nachgeholt. Damit soll an die Befreiung erinnert und gleichzeitig ein starkes Signal gegen die aktuelle Politik der Aufrüstung gesetzt werden. Wir unterstützen diese Veranstaltung. Die Veranstalter bitten an diesem Tag Blumenschalen mit Schleifen vor dem Denkmal der Befreier niederzulegen. Die Veranstaltung beginnt um 12.00 Uhr am Brückenkopf/Ostufer in Torgau mit einer Kundgebung.

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Wann: Sa 03 Oktober 2020 2020 18:00 - 21:00

Premiere: Das andere Leben - Demokratie und Zusammenleben in der DDR

BRD / 2020 / 45min / Kommunistische Organisation / dt. mit engl. UT. / 30 Jahre nach der sogenannten "Deutschen Einheit" und stark einseitiger Geschichtsschreibung halten wir es für dringend notwendig an einer Versachlichung der Debatte über den real existierenden Sozialismus mitzuwirken. Anschließend Podiums- und Publikumsdiskussion mit Edmund Pelzer sowie den Filmemacher*innen.

Der Film beschäftigt sich mit den sozialen, kulturellen und politischen Strukturen der DDR. Die Erfahrungen mit der Wohnungspolitik, mit einem fortschrittlichen Gesundheitswesen, einer anderen Rolle der Frau und dem Zugang zu Kultur zeichnen ein umfassendes Bild des alltäglichen Lebens.

Sowohl der Umgang der Menschen untereinander, als auch der Umgang des Staates mit den Menschen erscheint dadurch ein anderer als in der Bunderepublik. Ein breites Netz aus Presse und Medien und das Zusammenwirken der Parteien und Massenorganisationen in der Nationalen Front und der Volkskammer konterkarieren das Bild eines "Unrechtsstaates". Doch zuletzt stagniert die politische Entwicklung der DDR. Die demokratischen Strukturen und die Presse schaffen nicht die nötige Kritik und Diskussion zur Vertiefung der sozialistischen Gesellschaft.

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Wann: So 04 Oktober 2020 2020 19:00 - 22:00

Wild plants

Schweiz, BRD / 2016 / Nicolas Humbert / OmdU / Achtung verlegt wegen des Regenwetters auf den 4.10. Bereits vorab um 18 Uhr Gartenführung und lockeres Gespräch über Nachbarschaftsgärten.

"Wild Plants" sind Gewächse, die sich auf brachem Land ansiedeln, scheinbar unbewohnbares Terrain in Besitz nehmen und neue Lebensräume schaffen. "Wild Plants" sind aber auch Menschen, die ihre eigenen Utopien entwerfen und zu Impulsgebern für andere werden. An vielen verstreuten Orten auf der Welt leben Menschen und wachsen Projekte, in denen sich botanischer und biographischer Wildwuchs miteinander verbinden.

"Wild Plants" ist eine filmische Forschungsreise, begleitet von Fragen über das Verhältnis von Mensch und Natur. Im Film begibt sich Nicolas Humbert auf eine Spurensuche, die ihn zu einigen ausgewählten Projekten und Menschen führt: Zu den "Urban Gardeners" im zusammengebrochenen Detroit, zu dem indianischen Philosophen Milo Yellow Hair auf der Reservation von Pine Ridge, zu Maurice Maggi, der seit vielen Jahren die Stadt Zürich mit seinen wilden Pflanzungen verändert und zu der innovativen Landbau-Kooperative der "Jardins de Cocagne" in Genf.

Das Wissen um die Kraft der Pflanzen und die Kunst des Gartenbaus ist in der Urbanisierung nicht verschwunden. Altes Wissen verbindet sich mit neuen Ideen und Projekten. Sie sind wie der Humus, der das Alte in Neues verwandelt. Der Film spiegelt aus verschiedenen Blickwinkeln unsere Beziehung zu Natur und Wildnis. Die Verbindung des Menschen mit der Pflanzenwelt hat eine lange Geschichte. Sie führt uns sowohl zu unseren eigenen Wurzeln als auch zu neuen Lebensformen und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich uns im Umgang mit Pflanzen offenbaren.

Durch eine vielschichtige Erzählstruktur zeichnet "Wild Plants" zahlreiche Porträts von jenen, die dem Komfort der Konsumgesellschaft den Rücken kehren und sich wieder der Erde zuwenden, um neue Formen des Zusammenlebens und des Daseins auf der Welt zu erschaffen. Eine Rückkehr zum Wesentlichen, zu den sogenannten Grundbedürfnissen, um der Arbeit einen Sinn zu geben, aber auch, um Antworten auf metaphysische Fragestellungen zu finden. Nicolas Humbert erfaßt mit einem großen Gespür für Poesie die Gesten des Alltags und findet einen Rhythmus, der die Protagonisten in ihrem Leben mit den Kreisläufen der Natur begleitet.

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Wann: Mi 07 Oktober 2020 2020 18:00 - 21:00

Premiere: Das andere Leben - Arbeit und Wirtschaft in der DDR

BRD / 2020 / 40min / Kommunistische Organisation / dt.mit engl. UT. / 30 Jahre nach der sogenannten "Deutschen Einheit" und stark einseitiger Geschichtsschreibung halten wir es für dringend notwendig an einer Versachlichung der Debatte über den real existierenden Sozialismus mitzuwirken. Im Anschluss Podiums- und Publikumsdiskussion mit Hans Bauer (Autor und ehem. stellvertretender Generalstaatsanwalt in der DDR) sowie Max Rodermund (einer der Filmemacher) .

Im Film wird die Wirtschaft und das Arbeitsleben in der DDR beleuchtet. Nach der Enteignung der Industrie und Landwirtschaft entstehen in der DDR völlig neue Arbeits- und Lebensverhältnisse. Der Betrieb wird zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Sport, Kultur, soziale Probleme und vieles mehr werden im Betrieb unter Beteiligung der Kolleg*innen und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) verhandelt.
Trotz immenser Reparationszahlungen schafft es die DDR aus einem vom Krieg völlig zerstörten Land eine produktive Wirtschaft zu errichten. Zuletzt stagniert die Entwicklung allerdings – auch wenn von einem Staatsbankrott keine Rede sein konnte. Diskussionen über Schwierigkeiten im Aufbau einer sozialistischen Planwirtschaft und mögliche Lösungen halten seit dem Ende der DDR an.

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Wann: Do 08 Oktober 2020 2020 20:00 - 22:30

Ende der Vertretung

BRD / 2009 / 57min / Bärbel Schönafinger / dt. / Im Anschluss Diskussion u.a. mit Bärbel Schönafinger (Labournet TV) sowie Bernhard Krabiell (ver.di).

An dem Abend wollen wir auf die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel blicken. Der Film ist mittlerweile gut zehn Jahre alt und dokumentiert die sich drastisch verschlechternden Bedingungen der Angestellten. Während die Arbeitsbelastung immer näher an die Grenze des körperlich erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück. Und das während die Gewinne der Unternehmen kontinuierlich ansteigen: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann.

Der Film begleitet die Streikenden über mehrere Monate. Zu Wort kommen Frauen, die seit Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen "bei der Familie zusammensuchen" müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel. Nachdem sie in ihrer Kaiser’s Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand fristlos gekündigt. Als sie auf Wiedereinstellung klagt bekommt sie die ganze Wucht des einseitig an den Interessen der Unternehmen ausgerichteten deutschen Arbeitsrechts zu spüren.

Der Film sucht nach Antworten auf die Frage, weshalb die Beschäftigten und ihre Organisationen nicht in der Lage sind, sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen. Er erkundet das Engagement der Arbeiter*innen im Streik und analysiert das Vorgehen der Streikleitung und die Rolle der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen linker Gruppen an der Seite der Streikenden. Im Anschluss an den Film wollen wir in der Diskussion u.a. einen Blick darauf werfen ob sich die Situation in den vergangenen zehn Jahren verändert hat.

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Wann: Mi 14 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

But beautiful

Österreich, BRD / 2019 / 116min / Erwin Wagenhofer / dt. und original mit dt. UT / Veranstaltung in Kooperation mit dem StuRa der HMT. Achtung Ortsänderung: Aufgrund der beschränkten Personenzahl in der "Blackbox" (HMT) haben wir den Ort verlegt ein paar Meter weiter in die Reformierte Kirche Leipzig direkt am Ring an der Haltestelle Goerderlerring. Im Anschluss Diskussion mit Gästen.

Alles wird gut. So einfach macht es sich der Filmemacher Erwin Wagenhofer nicht. In seinem neuesten Film sucht er das Schöne und Gute und zeigt Menschen, die ganz neue Wege beschreiten. Wie könnte ein gutes, ein gelungenes Leben aussehen? Ist ein "anderes" Leben überhaupt möglich?

Entstanden ist ein Film über Perspektiven ohne Angst, über Verbundenheit in Musik, Natur und Gesellschaft, über Menschen mit unterschiedlichen Ideen aber einem großen gemeinsamen Ziel: eine zukunftsfähige Welt. Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer auf der ganzen Welt bauen. Permakultur-Visionäre auf La Palma, die Ödland in neues Grün verwandeln. Ein Förster, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt. Ein geistliches Oberhaupt mit Schalk und essentiellen Botschaften und seine tibetische Schwester mit großem Herz für die Jugend. Ein junges Jazztrio, ein etablierter Pianist, eine beseelte kolumbianische Sängerin, die uns den Klang der Schönheit vermitteln. "But beautiful" verbindet sie alle. Alles wird gut? Alles kann gut werden...

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Wann: Do 15 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

Katrins Hütte

BRD / 1991 / 91 min / Joachim Tschirner / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Katrin Seyfarth und Joachim Tschirner.

Am Beispiel der Abwicklung der thüringischen Maxhütte begleitet der Film die Blockwalzerin und Volkskammerabgeordnete Katrin Hensel in den Jahren des Endes der DDR. Die Langzeitdokumentation, welche im März 1986 begann, begleitete Katrin bis in das Jahr 1991 hinein, so werden Sorgen, Ängste, Erfolge, Hoffnungen und Enttäuschungen bei ihrer beruflichen und privaten Entwicklung erkennbar. Besonders problematisch war für sie und ihren Mann Faiko die Zeit um die politische "Wende" in der DDR und ihrer Folgen für die Vollbeschäftigung. Zunehmend sichtbar wird der Wandel einer dynamischen Frau im ewigen Kampf zwischen eigenen Ansprüchen, Aus- und Weiterbildung, Privatleben, Volkskammertätigkeit, politischem Engagement, und dem ernüchternden Erkennen der Tatsachen beim Kampf um den Erhalt des Arbeitsplatzes, dem offenem Mobbing der Kollegen und dem Versagen beim Politikwechsel nach der Annexion der DDR.

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Wann: Mi 21 Oktober 2020 2020 20:00 - 22:30

Der lachende Mann - Bekenntnisse eines Mörders

DDR / 1966 / 66min / Walter Heynowski, Gerhard Scheumann / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Dr. Jürgen Kunze (Deutsch-Afrikanische-Gesellschaft e.V. - DAFRIG Leipzig).

Ein Dokument, das auch nach Jahrzehnten seinen Wert behält als ein seltenes psychologisches Porträt eines Mannes, der sich jenseits aller Grenzen der Moral befindet.
1964 und 1965 hatte Siegfried Müller als Söldner in der Demokratischen Republik Kongo angeheuert, um einen Aufstand blutig niederzuschlagen. Fotos und Berichte im 'Stern' und anderen Illustrierten hatten ihm weltweit zu einer fragwürdigen Publizität verholfen. Nicht ahnend, dass er einem Team des DDR-Fernsehens gegenübersitzt, berichtet Müller, ständig lächelnd, freimütig über seine blutigen Einsätze im Kongo und hält mit seinen politischen Ansichten nicht hinterm Berg: "Wir haben für Europa gekämpft, im Kongo, für die Idee des Westens, und zwar, um es genau zu sagen, für Liberté, Fraternité und so weiter. Sie kennen diese Sprüche. Dafür habe ich gekämpft. Denn Afrika ist für mich nichts anderes als die Verteidigung des Westens in Afrika." Mit dem bizarren Versuch, seine Taten durch weltpolitische Thesen zu rechtfertigen, liefert der als "Kongo-Müller" bekannte Söldner die Argumente zur Entlarvung des militaristischen Charakters der Bundesrepublik.

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Wann: Do 22 Oktober 2020 2020 20:00 - 22:30

Toxic Business

Kenia, BRD / 2019 / 60min / Katja Becker / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Marius Stelzmann (Geschäftsführer Coordination gegen BAYER-Gefahren).

Toxic"

Internationale Chemiekonzerne verkaufen in Kenia giftige Agrarpestizide, die in Europa längst verboten sind. Denn viele ihrer Wirkstoffe sind krebserregend und stellen eine große Gefahr für Natur und Umwelt dar. In sogenannten "Entwicklungsländern" wie Kenia werden die giftigen Chemikalien trotzdem ohne Kontrolle in den Regalen der Agrarshops verkauft. Die Kleinbäuern*innen glauben an die Industrieversprechen einer besseren Ernte. Der Griff zur Giftspritze ist an der Tagesordnung. Hybridsaatgut treibt Kleinbäuer*innen in die Abhängigkeit; alte und resistente Saatgutsorten die auch dem Klimawandel stand halten könnten werden verdrängt. Was die meisten Konsument*innen von konventionellen Produkten nicht wissen: Nach Angaben der WHO sterben weltweit jährlich 346.000 Menschen an unbeabsichtigten Pestizid-Vergiftungen, zwei Drittel davon in "Entwicklungsländern".

Die Industrie versucht im Zeichen der Welternährung auf die Märkte zu drängen, im Gegenbild zeigen Statistiken und alternative Landwirtschaftsmethoden in Ostafrika, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern ein generelles Umdenken.

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Wann: Mo 26 Oktober 2020 2020 20:00 - 22:30

Words of bandits

Italien, Frankreich / 2019 / 90min / Jean Boiron-Lajous / OmeU / Anschließend Diskussion mit Gästen.

Seit der Schließung der Grenze zwischen Frankreich und Italien im Jahr 2015 ist das Roya-Tal zum Symbol des Ungehorsams geworden. Migrant*innen, die in der italienischen Grenzstadt Ventimiglia gestrandet sind, passieren weiterhin Kontrollpunkte und Barrieren, unterstützt von einigen Bewohner*innen des Tals. In dieser Enklave, in der Migrant*innen auf eine bessere Zukunft hoffen, ist die Solidarität der Bewohner*innen zu einem Akt des Widerstands geworden.
Durch die Geschichten derer, die die Grundrechte nicht durchsetzen dürfen, erzählt Words of Bandits die Geschichte dieses Territoriums und so vieler anderer.

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Wann: Mi 28 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

Survivors – Hope and Resilience in the Time of Ebola

Sierra Leone, USA / 2018 / 82min / Arthur Pratt / OmeU / Im Anschluss Diskussion u.a. mit Andreas Wulf (Referent für globale Gesundheit, Medico International)

Weniger

Survivors berichtet über die bemerkenswerten Geschichten dreier Sierra Leones während der Ebola-Epidemie 2014-2016. Arthur Pratt, ein sierra-leonischer Filmemacher und Pastor, führt uns durch den Film. Ausgehend von sehr persönlichen Geschichten im Epizentrum der Epidemie teilt der Film mutig die individuelle Tapferkeit und Menschlichkeit der Menschen, die sich in einer sich entfaltenden Krise befinden.
Der einzigartige Zugang des Filmemachers, seine erzählerische Stimme und seine beobachtende, dokumentarische Berichterstattung über den Ausbruch werden zu einem Prisma für das Verständnis sowohl der sozialen als auch der politischen Bedeutung der Gesundheitskatastrophe.

Der Film folgt den Geschichten dreier Figuren von den Anfängen der Epidemie bis zum Ende, als die Weltgesundheitsorganisation erklärt, dass Ebola in Sierra Leone ausgerottet ist. Durch intimes Filmmaterial aus dem täglichen Leben dieser Personen erforscht der Film nicht nur, wie die Epidemie Familien und Gemeinschaften verwüstet hat, sondern offenbart auch die tiefen Missverständnisse, die zwischen internationalen NGO's und den Gemeinschaften, denen sie dienen, bestehen, und bringt gleichzeitig die schwelenden politischen Spannungen ans Licht, die noch immer aus dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg herrühren.

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Wann: Do 29 Oktober 2020 2020 20:00 - 23:00

Das Forum

Schweiz, BRD / 2019 / 115min / Marcus Vetter / OmU / Anschließend Diskussion mit dem Soziologen Prof. i.R. Dr. Michael Hartmann.

In Zeiten von grassierendem Populismus und zunehmendem Misstrauen gegenüber den Eliten begleitet Regisseur Marcus Vetter den 81-jährigen Gründer des umstrittenen Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab über den Zeitraum eines Jahres bei seinen Bemühungen, sein Leitmotiv umzusetzen: den Zustand der Welt zu verbessern.

Zum ersten Mal in der 50-jährigen Geschichte des Weltwirtschaftsforums konnte ein unabhängiges Filmteam hinter den verschlossenen Türen in Davos drehen und dokumentieren, wie die mächtigsten Menschen der Welt um die Zukunft ringen. "Es lohnt sich genauer hinzuschauen", sagt Produzent Christian Beetz, "auch in die Augen derer, die man für Gegner hält, denn die Wahrheit ist und bleibt komplex."

Eine Zeit, in der die Welt aus den Fugen zu geraten scheint: Klimakrise, Brexit, Gelbwestenproteste auf Frankreichs Straßen, der brennende Amazonas-Regenwald. Aber nicht nur eine neue Riege populistischer Führer*innen wie Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fordern das Establishment heraus, auch eine neue Generation rebellischer Jugendlicher, angeführt von der Klimaaktivistin Greta Thunberg, drängen in die Öffentlichkeit. Als Klaus Schwab Greta Thunberg einen Brief schreibt, beginnt ein Dialog zwischen den Generationen, der Hoffnung gibt. Trägt die Vision von Klaus Schwab Früchte und das WEF kann zur Lösung der globalen Probleme beitragen? Oder ist es Teil des Problems und dient schlussendlich doch nur den Interessen des Kapitals?

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Wann: Mi 04 November 2020 2020 18:30 - 22:00

ONLINE - Premiere: One Word - We are not drowning. We are fighting.

Marshallinseln, BRD / 2020 / 83min / Viviana Uriona und Mark Uriona / original mit dt. UT / Im Anschluss Diskussion mit Mark und Viviana Uriona. Achtung: Die geplante Veranstaltung am 7.11. im Cineding Leipzig mit den Filmemacher/innen muss aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen in dieser Form ausfallen. Wir werden die Veranstaltung im kommenden Jahr nachholen und informieren sobald der Termin feststeht. Die ONLINE-PREMIERE des Films findet dennoch statt! Und zwar am Mittwoch 4.11. abends um 18:30 Uhr mit anschließender Diskussion mit den Filmemacher/innen über ZOOM. LINK HIER. / Eine Veranstaltung der GlobaLE in Kooperation mit dem Cineding.

System

Die Treibhausemissionen der Industriegesellschaft werden vermutlich der uralten Kultur der Marshallinseln den Untergang bringen. Dies ist nicht nur ein lokales Ereignis, sondern zugleich eine universelle Warnung an alle Menschen. Am Schicksal der Marshallinseln konnten die Filmemacher an einem konkreten Beispiel zeigen, welche Auswirkung die globale Erwärmung und der steigende Meeresspiegel hat.

Viviana und Mark Uriona war es besonders wichtig, nicht als Filmemacher aus der ersten Welt auf die Marshallinseln zu gehen und einen Film über die Betroffenen zu machen. Sie verfolgten einen partizipativen Ansatz. Sie haben die Menschen vor Ort kennengelernt, mit ihnen gemeinsam das Filmprojekt entwickelt und ermöglichten dadurch ein Art Empowerment. Diese einzigartige Herangehensweise des gegenseitigen Erkunden hat im Resultat einen spannenden, eindringlichen und höchst brisanten Dokumentarfilm hervorgebracht, der das wichtigste Thema unserer Zeit ins Mark trifft.

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Wo: Online im Virtuellen Kinosaal
Wann: Mi 04 November 2020 2020 20:00 - 23:00

Katrin (1986) + Abstich (1998)

Wir zeigen an dem Abend den ersten und den letzten Film aus dem "Maxhütte-Zyklus". Katrin / DDR / 1986 / 18min / Joachim Tschirner / dt. / und Abstich / BRD / 1998 / 98min / Joachim Tschirner / dt. / Im Anschluss Diskussion mit Faiko Hensel und dem Filmemacher Joachim Tschirner. Achtung: Die Veranstaltung muss aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen ausfallen. Wir werden die Veranstaltung im kommenden Jahr nachholen und informieren sobald der Termin feststeht.

Der kurze Dokumentarfilm "Katrin" ist der erste Teil der Langzeitdokumentation "Maxhütte-Zyklus" und zeigt Bilder aus dem Leitstand des alten Walzwerkes der Maxhütte-Unterwellenborn. Die Kamera beobachtet die Blockwalzerin Katrin Hensel in ihrem Leitstand.

"Abstich" ist der letzte Teil der Langzeitdokumentation über das Stahlwalzwerk "Maxhütte" im thüringischen Unterwellenborn, der die Umstrukturierung und teilweise Abwicklung der Fabrik beschreibt. Der Film enthält sich weitgehend einer Kommentierung, sondern lässt Fakten, Personen und Zahlen für sich sprechen. Im Frühjahr 1993, dreieinhalb Jahre nach der Annexion, begannen die Dreharbeiten für den letzten Teil der Maxhütten-Chronik. In der Region herrschte damals eine seltsame Mischung aus Absturz und Neubeginn, aus Abbruch und Aufbruch. Drei Jahre nach Drehbeginn wurde die traditionsreiche Maxhütte geschlossen. In diesen drei Jahren begleiteten die Dokumentaristen Menschen aus der Maxhütte. In ihren eindrucksvollen und kritischen Filmbildern bewahren sie die Erinnerung an die Hütte und an die, die dort arbeiteten.

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Wann: Do 05 November 2020 2020 20:00 - 23:00

Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit

BRD / 2020 / 92min / Yulia Lokshina / dt / Im Anschluss Diskussion mit u.a. Bernhard Krabiell (ver.di). Achtung: Die Veranstaltung muss aufgrund der aktuellen Corona-Regelungen ausfallen. Wir werden die Veranstaltung im kommenden Jahr nachholen und informieren sobald der Termin feststeht.

In der westdeutschen Provinz kämpfen osteuropäische Leiharbeiter*innen, die im größten Schweineschlachtbetrieb des Landes tätig sind, ums Überleben - und Aktivist*innen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. Zur gleichen Zeit proben Münchener Gymnasiast*innen das Stück "Die Heilige Johanna der Schlachthöfe" und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu.

Verwoben mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Text in den Proben erzählt der Film in unterschiedlichen Fragmenten über Bedingungen und Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik.

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