globaLE 2016

Die 12. globaLE fand vom 21.07. bis 03.11.2015 statt. Vor und nach dem Zeitraum gab es noch einzelne Sonderveranstaltungen.

Wann: Fr 20 Mai 2016 20:0022:30

Wer rettet wen?

Dokumentarfilm, Regie: Leslie Franke und Herdolor Lorenz, BRD 2015, 90 min., deutsch

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Die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit: Seit Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht. Der Film „Wer Rettet Wen“ zeigt, wer dabei wirklich gerettet wird: Nie ging es um die Rettung der Griechen, nie um die der Spanier oder Portugiesen. Stets geht es nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den dort mit hochriskanten Spekulationen engagierten Banken. Steuerzahlern und sozial Benachteiligten hingegen werden bis heute alle milliardenschweren Risiken zugemutet! Für große Banken ist die Finanzkrise dagegen vor allem ein Geschäftsmodell.

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Wo: Universität Leipzig, Campus-Innenhof

 

Wann: Do 21 Juli 2016 20:0022:30

Lets make money

Österreich 2008, Regie: Erwin Wagenhofer, 107min, Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen von attac Leipzig zu Krise, Ursachen, Handlungsmöglichkeiten und Alternativen .
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Let’s make MONEY folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter_innen, afrikanische Landarbeiter_innen oder indische Arbeiter_innen unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager_innen, die das Geld ihrer Kund_innen jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer_innen, die zum Wohle ihrer Aktionär_innen ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Doch dieser “Ausverkauf” von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen “dritten” Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise.

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Wo: Universität Leipzig, Campus Innenhof, Augustusplatz

 

Wann: Fr 22 Juli 2016 20:0022:30

A world – not ours

Libanon, Dänemark 2012 / 90 min / Mahdi Fleifel, original mit dt. UT.

A world not ours

Der Regisseur Mahdi Fleifel zeigt das Leben dreier Generationen in Ain el-Helweh, einem palästinensischen Flüchtlingslager im Süd-Libanon, in dem er selbst aufgewachsen ist, bevor er mit seiner Familie nach Dubai und Europa zog.
Seit über 60 Jahren leben dort mehr als 70.000 Menschen auf einem Quadratkilometer zusammen. Der Regisseur verwendet unter anderem Videoaufnahmen seines Vaters aus den Achtziger- und Neunzigerjahren. In sensiblen, humorvollen Porträts werden Familie und Freunde mit ihren täglichen Konflikten geschildert. Ungewöhnlich schwerelos verorten dabei Archivbilder dieses filmische Tagebuch zwischen den politischen Ereignissen und beschreibt das Leben der Menschen vor Ort in sehr persönlicher, liebevoller und oft humorvoller Weise. Hieraus ergibt sich eine Studie einer staatenlosen Gemeinschaft mit starken Erinnerungen an ihr verlorenes Heimatland, in welcher junge Menschen wenig Zukunftsperspektive haben.

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Wo: Cospudener See (östlicher Nordstrand)
Wann: Sa 23 Juli 2016 20:0021:00

Distopia::021

Brasilien, Kolumbien 2012+2014 / 28 min / Cidade Global.

Der Film Distopia::021 des Filmkollektivs „Cidade Global“ zeigt den Protest und Widerstand gegen Gentrifizierungsprozesse und deren Folgen im Zuge der Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016. Beispielhaft wird hier die Vertreibung ärmerer Bevölkerungsschichten in der Millionenmetropole Rio de Janeiro dokumentiert.

Hinweis: An diesem Abend zeigen wir drei Filme aus unterschiedlichen Ländern zum Thema Gentrifizierung. Den Anfang macht „Distopia::021“ über Folgen der Vertreibung im Zuge der Fußball-WM 2014 in Brasilien (BR, CO, 27 Min.), dann folgt der Film „Si se puede“ (ES, 51 Min) über Zwangsräumungen in Spanien. Der Abend endet mit dem Film „Miete essen Seele auf“ (BRD, 52 Min.) über nachbarschaftlich organisiserten Protest gegen Verdrängung am Kottbusser Tor in Berlin.

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Wo: Cospudener See (östlicher Nordstrand)
Wann: Sa 23 Juli 2016 21:0021:30

Sí se púede – Sieben Tage bei der PAH

Spanien 2014 / 51 min / Comando Video / Pau Faus / spanisch mit dt. UT

Im Film werden Treffen von durch Zwangsräumung betroffener Menschen aus Barcelona begleitet. Zwangsräumung sind in Spanien seit der Immobilien- und Wirtschaftskrise an der Tagesordnung und die „Plataforma de Afectuados por la Hipoteca de Barcelona“ (PAH) bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen und zur Wehr zu setzen.

Hinweis: An diesem Abend zeigen wir drei Filme aus unterschiedlichen Ländern zum Thema Gentrifizierung. Den Anfang macht „Distopia::021“ über Folgen der Vertreibung im Zuge der Fußball-WM 2014 in Brasilien (BR, CO, 27 Min.), dann folgt der Film „Si se puede“ (ES, 51 Min) über Zwangsräumungen in Spanien. Der Abend endet mit dem Film „Miete essen Seele auf“ (BRD, 52 Min.) über nachbarschaftlich organisiserten Protest gegen Verdrängung am Kottbusser Tor in Berlin.

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Wo: Cospudener See (östlicher Nordstrand)
Wann: Sa 23 Juli 2016 21:3022:30

Miete essen Seele auf

BRD 2015 / 51 min / Angelika Levi und Christoph Dreher/ deutsch

Miete essen Seele auf ist eine Dokumentation über die nachbarschaftlichen Proteste am südlichen Kottbusser Tor in Berlin. Der Film porträtiert die Akteure und verknüpft die Wohnungsfrage mit der Geschichte der Migration. Dabei wird eine Verbindung von Rassismus und urbaner Verdrängung gezogen. In der Nacht des 26. Mai 2012 zimmerten einige Bewohner der Sozialwohnungen am Kottbusser Tor, mehrheitlich türkischstämmige Nachbar*innen, aus Europaletten ein Protesthaus zusammen. Sie nannten es „Gecekondu“, aus dem Türkischen übersetzt heißt das: „Über Nacht erbaut“. Mit dieser Besetzung eines öffentlichen Platzes im Zentrum von Kreuzberg begann die Mieterinitiative Kotti & Co einen bis heute täglich sichtbaren Widerstand, und setzte das Thema des sozialen Wohnungsbaus und die massive Verdrängung von langjährigen Bewohner*innen aus der Innenstadt auf die politische Agenda. Gleichzeitig ermöglicht der Protest, die eigenen Nachbarn kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und Freundschaften aufzubauen.

Hinweis: An diesem Abend zeigen wir drei Filme aus unterschiedlichen Ländern zum Thema Gentrifizierung. Den Anfang macht „Distopia::021“ über Folgen der Vertreibung im Zuge der Fußball-WM 2014 in Brasilien (BR, CO, 27 Min.), dann folgt der Film „Si se puede“ (ES, 51 Min) über Zwangsräumungen in Spanien. Der Abend endet mit dem Film „Miete essen Seele auf“ (BRD, 52 Min.) über nachbarschaftlich organisiserten Protest gegen Verdrängung am Kottbusser Tor in Berlin.

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Wo: Cospudener See (östlicher Nordstrand)
Wann: Mi 27 Juli 2016 20:0022:00

Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela

Südafrika, D, GB / 2013 / 85 min / Khalo Matabane / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Gästen. (Musste aufgrund von Regenwetter ausfallen. Wird an anderer Stelle wiederholt.)

Der Regisseur Khalo Matabane zeichnet in der Dokumentation aus dem Jahr 2013 ein facettenreiches Bild von Nelson Mandela. Sein lebenslanger Kampf gegen Rassismus, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit machte ihn zu einem Symbol des antikolonialistischen und antiimperialistischen Befreiungskampfes. Über 27 Jahre saß er als politischer Gefangener des ehemaligen Apartheid-Regimes im Gefängnis. 1994 führte er den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu einem historischen Wahlerfolg und Südafrika in die Demokratie.

Nach längerer Krankheit verstarb Mandela am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren. Millionen Menschen trauerten – nicht nur in Südafrika sondern weltweit. Auch zahlreiche Staatschefs der führenden Nationen, darunter Barack Obama und Angela Merkel kondolierten unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Eine sehr zweifelhafte Geste, hatten einst viele Staaten des Westens das Apartheid-Regime gestützt, später neoliberale Wirtschaftspolitiken und die weitere Einbindung Südafrikas in den Weltmarkt forciert.
Matabane spricht im Film mit Weggefährten, Apartheid-Opfern, großen Intellektuellen und internationalen Politikern. Er versucht, den eigenen Jugendheld Mandela nicht eindimensional darzustellen, sondern ein vielseitiges Porträt mit allen Ecken und Kanten zu erstellen und Mandelas Botschaft von Freiheit, Vergebung und Versöhnung historisch und aktuell zu interpretieren.

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Wann: Do 28 Juli 2016 20:0022:00

Dicke Luft – Wenn Städte ersticken

BRD/Frankreich / 2015 / 100 min / Delphine Prunault / dt/frz. mit dt. UT. Anschließend Diskussion u.a. mit Anne Wiesner (Doktorandin am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung).

Der Film geht der globalen Luftverschmutzung auf den Grund. 90% der Stadtbewohner atmen feinstaubbelastete Luft und sieben Millionen Menschen sterben jährlich an den Folgen der Luftverschmutzung. In China und Indien ist der gesundheitsgefährdende Smog mittlerweile ein Dauerzustand. Mast und Krebserkrankungen sind die Folge. Aber auch europäische Metropolen sind nicht frei von starker Luftverschmutzung und können die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation nicht einhalten. Der Film bespricht die gesundheitlichen Folgen und Umweltprobleme der zunehmenden Verschmutzung der Atmosphäre. Ansätze zur Luftreinhaltung gerade im urbanen Gebiet werden ebenfalls thematisiert.

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Wann: Mi 03 August 2016 20:0022:00

Virunga

GB / Kongo 2014 / 90 min / Orlando von Einsiedel / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Gästen. Die Veranstaltung musste aufgrund des Regenwetters leider ausfallen.

Der Dokumentarfilm zeigt eine Gruppe von Park-Rangern, die im Virunga-Nationalpark, der außerdem der letzte Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ist, versuchen, das UNESCO-Weltnaturerbe zu schützen. Das Team besteht aus einem ehemaligen Kindersoldaten, einem Betreuer von Gorillas und einem belgischen Naturschützer. Die Ranger müssen das Weltkulturerbe vor bewaffneten Wilderern und Milizen beschützen. Außerdem beginnt die britische Firma Soco International hier nach Öl zu bohren und Natur und Lebensraum zu bedrohen.
Im Mai 2012 droht dann eine neue kriegerische Auseinandersetzung, als die Rebellengruppe M23 den Krieg erklärt. Dabei droht alles, was sich die Ranger aufgebaut haben, zu zerbrechen.

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Wann: Do 04 August 2016 20:0022:00

The true cost – Der Preis der Mode

USA / 2015 / 92 min / Andrew Morgan / original mit dt. UT., Veranstaltung in Kooperation mit Greenpeace Leipzig. Anschließend Diskussion mit Gästen und Vorstellung verschiedener Projekte in Leipzig. Die Veranstaltung musste aufgrund des Regenwetters leider ausfallen und wird am 26.08. wiederholt.

Dies ist eine Geschichte über Kleidung. Über die Kleidung, die wir tragen, die Menschen, die sie machen und die weltweiten Auswirkungen der Industrie, welche sie herstellt. Die Preise für Kleidung sinken seit Jahrzehnten, während die Kosten für Mensch und Umwelt dramatisch steigen. Wo wird die Kleidung hergestellt, welche Arbeitsbedingungen herrschen dort, was passiert in den Ländern, in denen riesige Wassermengen für die Baumwolle benötigt wird, während die Menschen verdursten? Die Ausbeutung von Mensch und Natur, die hinter den Preisen steckt, ist erschreckend. Ebenso erschreckend ist die Verdrängung dieser Tatsache in der westlichen Welt. “The True Cost” ist daher eine dringend notwendige Dokumentation, die den Schleier von einer unsichtbaren Industrie lüftet und uns fragt, wer den Preis für unsere Kleidung zahlt. Rund um die Erde, vom schillernden Laufsteg zum düsteren Slum besucht der Regisseur Menschen, die wir hinter der Entstehung unserer Bekleidung üblicherweise nicht sehen.

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Wann: Mo 08 August 2016 19:3022:00

Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben

BRD / 2013 / 53 min / Karin de Miguel Wessendorf / dt. Anschließend Diskussion in offenem Rahmen.

Kein Wohlstand ohne Wachstum. So lautet bisher das Credo von Wirtschaft und Politik. Ein stetiges Wirtschaftswachstum gilt als Garantie für Arbeitsplätze und für die Lebensqualität der Bevölkerung. Wer an dem Wachstumsdogma zweifelt, wird als realitätsfremd belächelt.
Doch Wirtschaftskrise und Klimawandel haben diesen Glauben erschüttert. Bevölkerungsexplosion, Energiekrise und Umweltbelastung sind Probleme, die sich nicht länger verdrängen lassen. Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie die Deutschen, bräuchten wir schon heute die Ressourcen von drei Planeten. Immer mehr Menschen sind der Überzeugung: grenzenloses Wachstum ist in einer Welt begrenzter Ressourcen nicht möglich. Trotz Steigerung des Bruttoinlandsproduktes ist die persönliche Lebenszufriedenheit in den Industrieländern seit den siebziger Jahren nicht mehr gewachsen. Kann es sein, dass unsere Konsumgesellschaft das Versprechen vom Glück nicht hält? Was brauchen wir wirklich, um ein gutes Leben zu führen?

Am 8. August ist für 2016 der Earth Overshoot Day, auch Ecological Debt Day („Welterschöpfungstag“, „Weltüberlastungstag“, „Ökoschuldentag“ oder „Erdüberlastungstag“). Der Earth Overshoot Day, ist in eine jährliche Kampagne der Organisation Global Footprint Network an dem Tag des Jahres, an dem die menschliche Nachfrage an natürlichen Ressourcen die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen übersteigt. Der Earth Overshoot Day ist eine vage Annahme unter Berücksichtigung von zeitlichen und ressourcenabhängigen Trends. Zu diesem Anlass zeigen wir gemeinsam mit dem NABU den Film „Weniger ist mehr – Die Grenzen des Wachstums und das bessere Leben“ in Frohburg in der Naturschutzstation Teichhaus Eschefeld.

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Wann: Mi 10 August 2016 20:0022:00

Revolution mit bloßen Händen

Burkina Faso, Österreich / 2016 / 70 min / Moussa Ouedraogo und Hans-Georg Eberl / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Noel Kabore.

Der Film ist ein Dokument der Erinnerung an den Aufstand am 30. und 31. Oktober 2014 in Burkina Faso, der den Sturz des Regimes von Blaise Compaoré herbeigeführt hat. Er nähert sich unterschiedlichen ProtagonistInnen des Aufstandes an und besucht symbolträchtige Orte des Geschehens. Auch stellt er die Frage nach Motivationen und Gründen in den Lebensbedingungen der Bevölkerung sowie in den Erinnerungen an vorausgegangene Kämpfe der letzten Jahrzehnte. Die Erzählungen beteiligter Personen sprechen davon, wie Frauen, Männer, Jugendliche, sich ohne Waffen zu einem „Nein“ gegen ein diktatorisches und hoch militarisiertes Regime erhoben haben, in der Überzeugung, dass eine entschlossene Bevölkerung im Stande ist, gegen jede noch so große Übermacht zu siegen. Darüber hinaus fragt der Film nach Hoffnungen und Erwartungen für eine zukünftige Gesellschaft: Ein Machthaber wurde gestürzt, aber welche politischen und sozialen Veränderungen müssen noch erreicht werden? Nicht zuletzt möchte das Produktionsteam die Erfahrungen, die in Burkina Faso gemacht wurden, mit denjenigen teilen, die nach einer wirklichen demokratischen und gerechten Veränderung auf der Welt streben.

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Wann: Do 11 August 2016 20:0022:00

AGROkalypse – Der Tag an dem das Gensoja kam

BRD, Brasilien / 2016 / 60 min / Marco Keller / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Marco Keller.

Riesige Flächen tropischer Wälder werden jedes Jahr abgeholzt, um den Sojaanbau zu steigern. Die Nachfrage nach dem Futtermittel ist gigantisch. Schon jetzt baut Brasilien Soja auf einer Fläche groß wie Deutschland an. Wo heute das Futter für unser tägliches Steak wächst, sind die Guarani Kaiowá zuhause. Im tiefen Regenwald gab die Natur ihnen alles, was sie zum Leben brauchten. Bis zum Tag, an dem das Gen-Soja kam…

Der Film erzählt die Geschichte der brasilianischen Ureinwohner vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Fleischkonsums und zeigt, wie wir mit Lebensmitteln die Welt verändern. Soja stellt eine Schlüsselfunktion in der globalen Agrarindustrie dar. Als Proteinbombe wird es vor allem in der Massentierhaltung eingesetzt und garantiert, dass wir rund um die Uhr Fleisch, Milch, Käse und Eier einkaufen können.

Der Dokumentarfilm folgt der Sojabohne einerseits auf ihrem Weg in die europäischen Futtertröge, andererseits aber auch in die Regale von Bioläden. Dabei werden die direkten Zusammenhänge von Landkonflikten und Umweltfolgen deutlich, die der exzessive Soja-Anbau nach sich zieht, der in Brasilien für die Fleischindustrie benötigt wird. Porträtiert wird das Engagement des Tofu-Pioniers Wolfgang Heck und die prekäre Situation der Guaraní-Kaiowá, Brasiliens größter indigener Ethnie. Wie beides miteinander in Verbindung steht und welche Rolle dabei ein 75-jähriger Franziskaner spielt, wird nach und nach aufgelöst.

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Wann: Mi 17 August 2016 20:0022:00

The Yes Men – Jetzt wird’s persönlich

USA 2015 / 91 min / Laura Nix

Die „Yes Men“ Mike Bonanno und Andy Bichlbaum sind zurück, ihren Kampf gegen Umweltverschmutzung, Großkonzerne, unfähige Regierungsbeamte und selbstgefällige Medien fortzuführen. Die Dokumentation zeigt das Wirken der beiden Gesellschaftsaktivisten, die ihre Gegner von innen heraus bekämpfen. Ihre Methoden haben Mike und Andy, die sich z. B. auf einer Pressekonferenz als Abgeordnete der US-Handelskammer ausgaben und einen radikalen Kurswechsel der amerikanischen Klimapolitik verkündeten, nicht geändert. Nach wie vor setzen die Yes Men ihre subversiv-lustigen Methoden für eine bessere Welt und eine bessere ökologische Zukunft ein. Dieses Mal leiden Mike und Andy allerdings unter einer Sinnkrise. Trotz aller Warnungen und aller Anstrengungen wird die Klimasituation immer schlechter, die von Menschen verursachten Verschmutzungen werden größer. Lohnen Mikes und Andys Störaktionen da überhaupt noch? Und sind sie es wert, dafür das Familienleben zu opfern?

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Wann: Do 18 August 2016 20:0022:00

La Voz del Gualcarque – Kampf gegen Agua Zarca

Honduras / 2015 / 47 min / Ocote-Films / spanisch mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit den Filmemacher/innen und Aktivist/innen.

Im April 2013 begann der Widerstand der indigenen Lenca Gemeinden gegen das geplante Wasserkraftwerk “Agua Zarca”. Seit dem Putsch 2009 in Honduras sind zahllose private Projekte zur Gewinnung von erneuerbarer Energie aus dem Boden gestampft worden. Sie gehen einher mit Kriminalisierung der Proteste, Repression, Bedrohung, bis hin zu Mord; staatliche Sicherheitskräfte und private Akteure arbeiten zusammen, um die Projekte durchzusetzen.
Der im März diesen Jahres verübte Mord an Berta Cáceres, Koordinatorin des Zivilen Rats der Indigenen- und Basisorganisationen von Honduras (COPINH), ist die Eskalation einer Reihe von kriminellen Strategien der Betreiberfirma DESA und der honduranischen Regierung im Zusammenhang mit dem Bau des Wasserkraftswerks. Er steht exemplarisch für einen Staat, in dem Straffreiheit, Korruption und Menschenrechtsverletzungen seit Jahren in einem erschreckenden Ausmaß existieren.

Der Dokumentarfilm begleitet ein Jahr lang die Gemeinden, die sich gegen den Bau des Staudamms auf ihrem Territorium in Rio Blanco wehren, und mit vielfältigen Protesten versuchen, sich Recht zu verschaffen. Aktuell wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen, doch der Widerstand der Gemeinde geht weiter, trotz ständiger Bedrohung.

Normalerweise haben Wasserkraftprojekte ein gutes Image, für die indigenen und bäuerlichen Gemeinden, die in den Projektregionen leben, sind die Auswirkungen aber nicht selten gravierend. In Honduras und anderen Ländern des Globalen Südens werden im Namen von „grüner“ und „sauberer“ Energie Projekte autoritär und gewalttätig durchgesetzt, die vorherige, freie und informierte Konsultation wird nicht garantiert. Die Gemeinden werden in ihrer territorialen Autonomie bedroht und ihre Lebensgrundlagen zerstört.

http://www.hondurasdelegation.blogspot.de.
http://www.copinhonduras.blogspot.de.

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Wann: Mi 24 August 2016 20:0022:00

Zapatistas – Chronik einer Rebellion

Mexiko 2003 / zweiteilig, 120 min / Victor Marina und Mario Viveros / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion u.a. mit Baldur Kapusta vom Leipziger Ya Basta Netzwerk.

Zapatistas

Der Film schildert mit beindruckenden Originalbildern die Entwicklungen der zapatistischen Bewegung zwischen 1994 und 2003. Ya basta — es reicht! Mit diesem Schlachtruf besetzt ein Heer maskierter und schlecht bewaffneter Indígenas im Morgengrauen des Neujahrstages 1994 – kurz nachdem der Präsident Mexikos das Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada unterschrieben hatte – die Rathäuser in sieben Landkreisen des südostmexikanischen Bundesstaates Chiapas und erklärt der mexikanischen Regierung den Krieg. Was im ersten Moment wie ein Himmelfahrtskommando anmutet, erweist sich schnell als waghalsige aber wohl überlegte und koordinierte Aktion. Nach kurzen Kampfhandlungen, konzentrierten sich die Zapatistas anschließend darauf, mit politischen Aktionen „von links und unten“ und mit dem Aufbau eigener gesellschaftlicher Strukturen eine andere Welt für sich und Mexiko möglich zu machen. Mit ihren kreativen politischen Aktionen haben sie seitdem sehr viele Menschen erreicht und Mexiko verändert. Seit 20 Jahren leben sie – trotz beständigen Angriffen seitens des mexikanischen Staates und transnationaler Unternehmen – in ihren über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende emanzipatorische Alternative. Nicht zuletzt hat diese erfolgreiche und anhaltende Revolution bis heute emanzipatorische Kämpfe weltweit inspiriert.

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Wann: Do 25 August 2016 20:0022:00

Macht ohne Kontrolle – Die Troika

Griechenland, BRD / 2015 / 85 min / Harald Schumann & Arpad Bondy / dt. Anschließend Diskussion mit dem Journalisten und Filmemacher Harald Schumann.

Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?
Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene.

„Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt.“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman.

Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.

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Wann: Fr 26 August 2016 20:0022:00

The true cost – Der Preis der Mode

USA / 2015 / 92 min / Andrew Morgan / original mit dt. UT., Veranstaltung in Kooperation mit Greenpeace Leipzig. Vorab kann man sich ab 18 Uhr über Textilien und Produktion informieren sowie durch verschiedene Kleidungen stöbern. Anschließend Diskussion mit Gästen und Vorstellung verschiedener Projekte in Leipzig.

Dies ist eine Geschichte über Kleidung. Über die Kleidung, die wir tragen, die Menschen, die sie machen und die weltweiten Auswirkungen der Industrie, welche sie herstellt. Die Preise für Kleidung sinken seit Jahrzehnten, während die Kosten für Mensch und Umwelt dramatisch steigen. Wo wird die Kleidung hergestellt, welche Arbeitsbedingungen herrschen dort, was passiert in den Ländern, in denen riesige Wassermengen für die Baumwolle benötigt wird, während die Menschen verdursten? Die Ausbeutung von Mensch und Natur, die hinter den Preisen steckt, ist erschreckend. Ebenso erschreckend ist die Verdrängung dieser Tatsache in der westlichen Welt. “The True Cost” ist daher eine dringend notwendige Dokumentation, die den Schleier von einer unsichtbaren Industrie lüftet und uns fragt, wer den Preis für unsere Kleidung zahlt. Rund um die Erde, vom schillernden Laufsteg zum düsteren Slum besucht der Regisseur Menschen, die wir hinter der Entstehung unserer Bekleidung üblicherweise nicht sehen.

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Wann: Do 01 September 2016 20:0022:00

Krater für den Frieden – Wie der militärisch-industrielle Komplex die Abrüstung überlebte

BRD / 2016 / 93 min / Gaby Weber / dt. Anschließend Diskussion mit Gaby Weber und Vertreter/innen vom Bündnis Leipzig gegen Krieg.

Nach offizieller Lesart tragen die Sowjets bis heute die Alleinschuld an der deutschen Teilung, dem Kalten Krieg und dem Rüstungswettlauf. Doch: 1959 war die Erd-Atmosphäre durch die Atomtests radioaktiv verseucht und der sowjetische Staatschef, Nikita Chruschtschow, forderte vor den Vereinten Nationen ein Ende des Rüstungswettlaufs und ein Ende aller Atomtests. Gleichzeitig wollte er einen Friedensvertrag für ein vereinigtes und neutrales Deutschland. Diese Vorschläge sollten auf einer Gipfelkonferenz im Mai 1960 in Paris von den alliierten Siegermächten verhandelt und beschlossen werden. Doch durch gezielte Provokationen änderten die USA den Lauf der Geschichte zu Lasten Russlands, Deutschlands und Europas für die nächsten 29 Jahre. Wie und warum taten sie dies? Und wie gelang es ihnen, die Abrüstung und ein neutrales Gesamtdeutschland schließlich zum Scheitern zu bringen? Warum werden wichtige Atomversuche in Patagonien bis heute verschwiegen, dafür aber eine „heldenhafte Entführung“ eines Nazi-Kriegsverbrechers durch den Mossad erfunden? Auch das Erdbeben 1960 in Chile, das bisher stärkste in der Menschheitsgeschichte, gilt nach wie vor als Naturkatastrophe – und nicht als durch die US-Atomversuche ausgelöst. Bis heute wird die Weltöffentlichkeit über diese Katastrophen schamlos belogen. In den Archiven der USA, der Bundesrepublik, Argentiniens und der Katholischen Kirche finden sich indessen Dokumente, die ein Licht auf die wahren Ereignisse sowie die Machenschaften von CIA und Pentagon werfen. Doch wie rankommen an derlei Dokumente? Und was enthüllen sie?

Hinweis: Vorab wird anlässlich des internationalen Weltfriedenstages auf dem Marktplatz um 18 Uhr eine Kundgebung des Bündnisses “Leipzig gegen Krieg” stattfinden. Die beispiellosen Aufrüstungspläne der Bundesregierung, das neue Weißbuch für die Bundeswehr und die Kriegsbeteiligungen deutscher Soldatinnen und Soldaten in zahlreichen Ländern werden dort thematisiert werden.

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Wo: Passage Kinos, Hainstraße, 19a
Wann: Do 08 September 2016 20:0022:00

Wenn das Land zur Ware wird

Mexiko, BRD / 2013 / 71 min / Dorit Siemers und Luz Kerkeling / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit dem Aktivisten und Filmemacher Luz Kerkeling.

Ihre Ländereien wecken in zunehmendem Maß die Begehrlichkeiten von Politik und Wirtschaft. Das Gemeindeland, bislang gemeinschaftlich, selbst organisiert und für den eigenen Bedarf bewirtschaftet, wird zunehmend in eine Ware konvertiert. Ölpalmenplantagen, Autobahnen, touristische Ausflugsorte und die unter immensem Druck erzwungene Zusammenfassung von Dörfern in so genannte „Landstädte“ sind nur einige Beispiele für neoliberale und technikgläubige „Entwicklungsprojekte“, die direkt oder indirekt die Lebensgrundlagen und Lebensweisen der Menschen angreifen und die Umwelt schädigen. Die Planung und Umsetzung dieser Projekte verläuft dabei in aller Regel ohne die betroffenen Menschen zuvor überhaupt zu informieren, was nach internationalen Abkommen, die Mexiko unterzeichnet hat (u. a. ILO-Konvention 169), die Pflicht der mexikanischen Regierung wäre. Neben dem friedlichen Widerstand der betroffenen Bevölkerungsgruppen, die für ein selbstbestimmtes Leben in Würde und im Einklang mit der Natur kämpfen, thematisiert das Projekt auch die Verbindungslinien zu urbanen Regionen und uns Konsument/innen im reichen Norden, denn der Hunger nach Palmfett, Biosprit und komfortabel-exotischem Tourismus wächst weiterhin.

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Wann: Di 13 September 2016 19:0022:00

Madiba – Das Vermächtnis des Nelson Mandela

Südafrika, D, GB / 2013 / 85 min / Khalo Matabane / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Thabo Thindi.

Der Regisseur Khalo Matabane zeichnet in der Dokumentation aus dem Jahr 2013 ein facettenreiches Bild von Nelson Mandela. Sein lebenslanger Kampf gegen Rassismus, Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit machte ihn zu einem Symbol des antikolonialistischen und antiimperialistischen Befreiungskampfes. Über 27 Jahre saß er als politischer Gefangener des ehemaligen Apartheid-Regimes im Gefängnis. 1994 führte er den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) zu einem historischen Wahlerfolg und Südafrika in die Demokratie.

Nach längerer Krankheit verstarb Mandela am 5. Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren. Millionen Menschen trauerten – nicht nur in Südafrika sondern weltweit. Auch zahlreiche Staatschefs der führenden Nationen, darunter Barack Obama und Angela Merkel kondolierten unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Eine sehr zweifelhafte Geste, hatten einst viele Staaten des Westens das Apartheid-Regime gestützt, später neoliberale Wirtschaftspolitiken und die weitere Einbindung Südafrikas in den Weltmarkt forciert.
Matabane spricht im Film mit Weggefährten, Apartheid-Opfern, großen Intellektuellen und internationalen Politikern. Er versucht, den eigenen Jugendheld Mandela nicht eindimensional darzustellen, sondern ein vielseitiges Porträt mit allen Ecken und Kanten zu erstellen und Mandelas Botschaft von Freiheit, Vergebung und Versöhnung historisch und aktuell zu interpretieren.

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Wo: Zeitgeschichtliches Forum, Grimmaische Straße 6
Wann: Mi 14 September 2016 20:0022:30

Kein Freihandel! – Menschen vor Profit statt grenzenlose Konzernmacht

Themenabend: Kurzfilm und anschließende Podiumsdiskussion u.a. mit Ines Kuche (ver.di)
Noel Kabore (Initiative Bürger aus Burkina-Faso), Mike Nagler (Attac und Netzwerk Vorsicht Freihandel), Christine Müller (Arbeitsstelle Eine Welt evang. Kirche / Brot für die Welt) und
Gerardo Lerma Hernandez (Quetzal e V.) im Vorfeld der Großdemonstration „Stop CETA & TTIP – Für einen gerechten Welthandel!“ am 17.09. in Leipzig.

CETA und TTIP, die Abkommen der EU mit Kanada und den USA, drohen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu untergraben. Im Herbst geht diese Auseinandersetzung in die heiße Phase: EU und USA drücken aufs Tempo und wollen TTIP bis zum Jahresende fertig verhandeln. CETA ist bereits fertig verhandelt.
EU-Kommission und Bundesregierung wollen, dass das Abkommen beim EU-Kanada-Gipfel im Oktober offiziell unterzeichnet wird. Zuvor müssen sowohl der EU-Ministerrat als auch die Bundesregierung entscheiden, ob sie CETA stoppen. CETA dient als Blaupause für TTIP. Schon mit CETA könnten Großunternehmen über kanadische Tochtergesellschaften EU-Mitgliedsstaaten auf Schadensersatz verklagen, wenn neue Gesetze ihre Profite schmälern.

Kurz vor diesen Entscheidungen trägt ein breites Bündnis erneut den Protest gegen die Investitionsschutz- und Freihandelsabkommen auf die Straße. Am Sonnabend, den 17. September werden in sieben Städten – in Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln, München, Stuttgart und in Leipzig Großdemonstrationen stattfinden. Die Demonstration „CETA & TTIP stoppen – Für einen gerechten Welthandel!“ beginnt in Leipzig um 12 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz.

Auf der Podiumsdiskussion werden Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen die vielfältige Kritik an den Abkommen deutlich machen und gemeinsam mit den Gästen diskutieren. Wir wollen dabei den Fokus nicht nur auf CETA und TTIP legen sondern Freihandel generell in die Kritik nehmen und auch die deutsche und die EU-Außenhandelspolitik hinterfragen.

Das Leipziger Netzwerk: http://www.vorsicht-freihandel.de.
Die Demoseite: http://www.ttip-demo.de.
Hintergrund zu TTIP: http://www.attac.de/TTIP.
Hintergrund zu CETA: http://www.attac.de/ceta.
Hintergrund zu EPA’s: http://www.attac.de/kampagnen/freihandelsfalle-ttip/hintergrund/epas/.

www.vorsicht-freihandel.de

Wann: Do 15 September 2016 20:0023:00

Landraub – Die globale Jagd nach Ackerland

Österreich / 2015 / 95 min / Kurt Langbein / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Henry Schuermann (Misereor) und Mike Nagler (Attac).

„Kaufen Sie Land, es wird keines mehr gemacht“. Mark Twains Satz ist hoch aktuell, seit das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt hat. Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden.
Der Film portraitiert die Investoren und ihre Opfer. Ihr Selbstbild könnte unterschiedlicher nicht sein. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle. Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen.
In großen Bildern erzählt der Film von den Folgen: Die Böden werden für GPS-gesteuerte Maschinen im großen Stil eingeebnet, der Verbrauch an Wasser, Chemie und Energie ist in der Agrarindustrie enorm. Für jede eingesetzte Energieeinheit können bei der industriellen Landwirtschaft nur drei Energieeinheiten geerntet werden, bei der kleinbäuerlichen dagegen sieben mal mehr – 23 Energieeinheiten.
Eine Fläche halb so große wie Europa wurde bereits aufgekauft, die Bauern und indigenen Völker mussten weichen. Statt Nahrung für die Region anzupflanzen, wird im großen Stil für die Märkte der wohlhabenden Länder produziert.
Der Film zeigt auf, was das mit uns zu tun hat. Es sind Programme der EU, die zu Mega-Plantagen für die Biosprit-Erzeugung und zur Zuckerproduktion führen. Und es sind Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich, mit denen Super-Reiche ihre Investitionen absichern. Aber auch der Widerstand gegen „Landgrabbing“ wird kräftiger und lauter, denn wenn wir den Raubzug nicht verhindern, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört.

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Wann: Sa 17 September 2016 12:0016:00

Hinweis: Großdemonstration CETA und TTIP stoppen – Für einen gerechten Welthandel!

In sieben Städten finden an diesem Tag gleichzeitig Demonstrationen gegen die Investorenschutz- und Freihandelsabkommen statt.

Zahlreiche Initiativen und Organisationen rufen an diesem Tag zur Demonstration für einen gerechten Welthandel und gegen Freihandelsabkommen CETA und TTIP auf.
Hintergrund ist, dass EU Kommission und Bundesregierung nach wie vor an den beiden Abkommen festhalten. CETA ist bereits zu Ende verhandelt und soll bereits ab dem kommenden Jahr „vorläufig angewendet“ werden. TTIP befindet sich in den letzten Verhandlungen. Auf beiden Seiten des Atlantiks gibt es seit mittlerweile drei Jahren gegen die Abkommen.

In Leipzig beginnt die Demonstration um 12 Uhr auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und führt dann einmal um den Innenstadtring.

Das Leipziger Netzwerk: http://www.vorsicht-freihandel.de.
Die Demoseite: http://www.ttip-demo.de.
Hintergrund zu TTIP: http://www.attac.de/TTIP.
Hintergrund zu CETA: http://www.attac.de/ceta.
Hintergrund zu EPA’s: http://www.attac.de/kampagnen/freihandelsfalle-ttip/hintergrund/epas/.

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Wo: Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig
Wann: Do 22 September 2016 20:0022:30

BOZA

Tunesien / 2014 / 55 min / Walid Fellah / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Walid Fellah.

„Boza“ ist ein Wort in der westafrikanischen Sprache Bambara und bedeutet „Sieg“. „Boza“ rufen, wie im Film zu sehen ist, auch MigrantInnen aus Ländern südlich der Sahara, wenn sie es nach oft jahrelangen vergeblichen Versuchen endlich geschafft haben, die militärisch bewachte europäische Außengrenze zu überwinden. Möglichkeiten dazu bieten die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla, die zwar an der marokkanischen Mittelmeerküste liegen, aber formal zur EU gehören. Tausende MigrantInnen leben versteckt in Wäldern rund um die beiden zu Spanien gehörigen Hafenstädte in der Hoffnung, irgendwann über deren mit NATO-Stacheldraht bewehrte Festungsmauern zu gelangen. Bei Versuchen, diese Grenzen zu stürmen, gibt es immer wieder Schwerverletzte und Tote, wie die Kameruner Trésor und Geraud Potago bezeugen können, die auf diesem Weg nach Europa gekommen sind.

Der tunesische Filmemacher Walid Fellah begleitete sie und andere mit seiner Kamera auf ihren klandestinen Reiserouten und nahm auch an dem Marsch für die Freiheit von Straßburg nach Brüssel teil, mit dem 400 AktivistInnen im Sommer 2014 gegen die rassistische Migrations- und Grenzpolitik der EU demonstrierten.

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Wo: Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon, Karl-Heine-Straße 50
Wann: Do 29 September 2016 20:0022:30

Cowspiracy – The Sustainability Secret

USA / 2015 / 91 min / Kip Andersen und Keegan Kuhn / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion u.a. mit Anita Idel (Autorin „Die Kuh ist kein Klimakiller“).

Der Film rückt den Einfluss der Viehwirtschaft auf die Umwelt in den Blick. Kernaussage des Filmes ist, dass die weltweite Fleisch- und Fischindustrie einen weit größeren Einfluss auf klima- und umweltschädigende Treibhausgase hat, als sämtliche anderen Abgasemissionen zusammengenommen. Dennoch findet diese bemerkenswerte Tatsache kaum oder gar keine Beachtung bei führenden Umweltorganisationen. Die Standpunkte von Umweltorganisationen zu diesem Thema werden explizit beleuchtet, darunter Greenpeace, Sierra Club, Surfrider Foundation und Rainforest Action Network.

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Wo: Heizhaus Grünau, Alte Salzstraße 63
Wann: Do 06 Oktober 2016 20:0022:30

Ayotzinapa: crónica de un crimen de Estado

Mexiko / 2015 / 103 min / Xavier Robles / spanisch mit engl. UT. Anschließend Diskussion mit Carlos A. Pérez Ricart (México vía Berlín e. V.) und Gerardo Lerma Hernandez (Ayotzinapa Solidaritätsgruppe Leipzig).

Am 26. September 2014 eröffnet die Polizei in Iguala, Mexiko das Feuer auf Studierende einer Lehrerschule, die sich auf dem Weg zu einer Demonstration befinden. Es ist der Beginn eines Ereignisses, bei dem 6 Menschen sterben und 43 Studierende spurlos verschwinden. Wenig später wird bekannt, dass die Studierenden von Polizeikräften an ein lokales Kartell übergeben wurden.

Als weitere Indizien und Beweise dafür auftauchen, dass es sich bei dem Ereignis um ein Verbrechen des Staates in Kooperation mit der organisierten Kriminalität handelt, führt die Empörung in der mexikanischen Gesellschaft zur Entstehung einer Protestbewegung, die bis heute nicht Müde geworden ist gegen Repression, Korruption und staatliche Willkür in Mexiko zu kämpfen. Der Film thematisiert die dramatischen Ereignisse dieses Tages, beschäftigt sich mit den daran anschließenden Entwicklungen und gewährt dabei auch tiefe Einblicke in das politische System und die gesellschaftliche Realität in Mexiko.

Mehr Informationen u.a.: http://mexicoviaberlin.org/.

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Wann: Do 13 Oktober 2016 20:0023:00

Die Stadt als Beute

BRD / 2015 / 82 min / Andreas Wilcke / dt. Vorab Vorstellung des Sukuma-Award 2016, dessen diesjährige Ausschreibung das Thema „Teilen“ hat. Anschließend Diskussion u.a. mit Elisabeth Voss (attac, freie Publizistin und Aktivistin für eine Solidarische Ökonomie)

Als Insel zwischen zwei Systemen entzog sich Berlin lange den Begehrlichkeiten des Marktes. In verschiedensten Kiezen schien es für jeden eine Nische zu geben. Damit ist Schluss: Berlin soll Megacity werden. Vier Jahre lang hat Andreas Wilcke diesen Prozess dokumentiert und Makler, Investoren, Kaufinteressenten und betroffene Mieter interviewt und begleitet. Der Zuschauer erlebt hautnah, wie eine Stadt quasi im Zeitraffertempo umgekrempelt wird und welche Dynamik die Erschließung der Ressource „Wohnraum in Berlin“ angenommen hat.

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Wo: naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46
Wann: Do 20 Oktober 2016 20:0023:00

Llévate mis amores (All of me)

Mexiko / 2015 / 86 min / Arturo González Villaseñor / spanisch mit engl. UT. Anschließend Diskussion mit Miguel Ruiz (Eine Welt e.V. Leipzig) und Peter Schönhöffer (Kairos Europa).

Seit 20 Jahren stehen mexikanische Frauen an den Bahngleisen und versorgen Migrant*innen, die auf Güterzügen Richtung USA fahren, mit Lebensmitteln. Solch beherzte und kämpferische Frauen hat man lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen. Mit Witz, Entschlossenheit und ganzem Körpereinsatz geben sie alles für völlig Unbekannte. Ein erfrischender Beitrag zum Thema Migration.

„Mutter, wir haben Hunger“ schallte es 1995 vom Dach eines der Güterzüge, mit denen mittelamerikanische Migrant*innen versuchen Mexiko zu durchqueren, um in die USA zu kommen. Der Ruf galt zwei mexikanischen Frauen, die zufällig an den Bahngleisen standen. Seit jenem Tag kochen die sogenannten Patronas täglich mehrere hundert Portionen Essen und stehen pünktlich zur Durchfahrt der Züge an den Gleisen, um sich von den hungrigen Menschen das Essen aus den Händen reißen zu lassen. Es ist eine besondere Geschichte der Solidarität und der Selbstlosigkeit, die dieser Dokumentarfilm erzählt. Und es sind mitreißend dynamische Aufnahmen von den alles entscheidenden Momenten, wenn der Zug kommt: Was jetzt nicht innerhalb von Minuten auf die Wagons geworfen oder den Menschen in die Hand gedrückt werden kann, wurde umsonst gekocht und bedeutet einen hungrigen Magen mehr auf der strapaziösen Fahrt.

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Wo: Passage Kinos, Hainstraße 19a
Wann: Do 27 Oktober 2016 20:0022:30

Bahn unterm Hammer – Unternehmen Zukunft oder Crashfahrt auf den Prellbock

BRD / 2007 und 2014 / 58 min / Herdolor Lorenz und Leslie Franke / dt. Anschließend Diskussion u.a. mit Carl Waßmuth (Gemeingut in BürgerInnenhand und Attac AG Privatisierung).

„Warum muss diese Bahn an die Börse gehen“ fragt zu Beginn des Films der Finanzkolumnist der Financial Times Lucas Zeise. Und der Film gibt kuriose
Antworten: Damit der Steuerzahler mehr Subventionen an die Bahn bezahlen muss, damit Bahnfahren teurer wird, damit die Bahn auf wenige ICE-Korridore reduziert wird und „Investoren“ Bahngrundstücke verscherbeln können…

Die Filmemacher zeigen, wie die Bahn bereits seit Jahren auf Privatisierungskurs gesteuert wird und welch fatale Folgen dies für die Kunden hat. „Je länger wir für den Film recherchiert und gedreht haben, desto irrsinniger erschien uns die Bahnprivatisierung“, sagen die Filmemacher Herdolor Lorenz und Leslie Franke über den Werdegang des Films. „Es gibt keinen sachlichen Grund für die Privatisierung, Bahn- und Wirtschaftsexperten raten ab, aber es gibt einen enormen Druck auf die Politik, die Bahn zu verkaufen. Am besten mit Gleis und Bahnhof und allen Zügen.“

Wir zeigen den Film im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über die Privatisierung eines weiteren Infrastrukturbereichs: dem Autobahnnetz. Im Anschluss wird es eine Diskussion mit Vertreter/innen der Antiprivatisierungsinitiative Leipzig (APRIL-Netzwerk) und der Initiative
Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) geben.

APRIL-Netzwerk: http://www.april-netzwerk.de.
Gemeingut in BürgerInnenhand: https://www.gemeingut.org/.
Attac AG Privatisierung: http://ppp-irrweg.de.

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Wo: Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon, Karl-Heine-Straße 50
Wann: Do 03 November 2016 20:0023:00

God is not working on sunday

Rwanda / 2015 / 88 min / Leona Goldstein / original mit dt. UT. Anschließend Diskussion mit Leona Goldstein und Volker Riehl (misereor).

Der Film begleitet die beiden ruandischen Aktivistinnen Godelieve und Florida, wie sie sich gemeinsam dafür engagieren, die Traumata des Völkermords zu überwinden und für sich und andere Frauen selbstbestimmte, neue Räume zu schaffen. Nicht nur um „das Weiterleben“ lebbar zu machen, sondern um gut zu leben. Sie tun dies, indem sie Aktivitäten und Trainings für einzelne Frauen, aber auch für ganze Gemeinden organisieren, mit Überlebenden ebenso wie mit Tätern. Beharrlich rütteln sie auch am Tabu der sexualisierten Kriegsgewalt. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe, die sie während des Genozid auf beiden Seiten des Konfliktes stehen ließ, kämpfen diese beiden Frauen heute für ein gemeinsames Ziel: Versöhnung, Geschlechtergerechtigkeit und Stärkung der politischen Selbstbestimmung von Frauen.
Der Film zeigt Godelieve und Florida, wie sie sich sich entschlossen und selbstbewusst durch die tradierten patriarchalen Strukturen kämpfen um ihre Vision zu verfolgen. Damit stehen die beiden für Tausende von Frauen in Ruanda, denen es ohne finanzielle Mittel oder eine spezifische Ausbildung gelang, ein pulsierendes, unabhängiges Frauen-Netzwerk aufzubauen. Heute sind sie es, die den sozialen Wandel im Post-Genozid Ruanda vorantreiben. Durch eine filmische Langzeit-Dokumentation erzählt der Film von der Transformation aus der Schockstarre, in Aktivismus und politische Partizipation.

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