globaLE 2010

Programm 2010

 

 

19. Mai 21Uhr Galerie Kunst und Bauschlosserei (Kantstr. 18)
Reverend Billy and the Church of Stop Shopping
Regie: Dietmar Post
2002, 60min, OmdU

reverend_billy Reverend Billy, alias Bill Talen, ist ein Schauspieler, Performancekünstler und eine der führenden Figuren der Antiglobalisierungsbewegung in New York. Seine Arbeit verbindet Ideen des sozialen und politischen Wandels mit verschiedenen Konzepten von Straßentheater. Seine „Einkaufsinterventionen des Stoppt Shopping“ an Öffentlichen Orten stehen in einer Tradition mit dem Living Theater, Lenny Bruce und den Yippies. Natürlich auch mit den Aktionen der „Surveillance Camera Players“ (SCP) – Schauspielergruppen, die kurze Stücke vor Überwachungskameras im öffentlichen Raum zum Besten geben. Talens Aktionen enden häufig im Gefängnis. Der Reverend spricht vom Betreten eines imaginären Raumes. Die Polizei nennt es schlicht widerrechtliches Betreten fremden Eigentums. Der Reverend ist überzeugt, dass soziale Veränderung mit zivilem Ungehorsam beginnt. Seine Helden: die Bürgerrechts-, die Arbeiter- und die Friedensbewegung.

 

09. Juni 20Uhr kunZstoffe (Georg-Schwarz-Str. 7)
Hijacked Future
Regie: David Springbrett
2008, 45min, OmdU

hijacked_future Unser Nahrungsproduktion ist vom Öl abhängig, unsere Ernährungssicherheit wird durch den Klimawandel bedroht und wir verlieren die Kontrolle über unsere Ernährung. Multinationale Konzerne kontrollieren das Öl, den Agrarhandel, die Ernährungsindustrie und patentieren Sorten und monopolisieren die Züchtung. Der Film stellt die industrielle Landwirtschaft Kanadas der kleinbäuerlichen Produktion in Äthiopien gegenüber. In Kanada haben die Farmer die Kontrolle über ihr Saatgut verloren und sind abhängig, in Äthiopien wird die Vielfalt erhalten und werden neue Wege zur Erhaltung der Ernährungssicherheit gegangen. Man gewinnt den Eindruck, dass wir dort viel für die Zukunft lernen können. Geraubte Zukunft beschreibt die Gefahren für die Welternährung. Dabei ist die Rolle der Bauern und Bäuerinnen weltweit von größter Bedeutung. Behalten sie die Kontrolle über ihr Saatgut? Welcher Gefahr liefern wir uns aus, wenn wir uns auf immer weniger Sorten verlassen? Warum wird im norwegischen Permafrost eine Genbank gebaut, die die gesamte landwirtschaftliche Vielfalt der Welt schätzen soll? Wie können wir die Kontrolle über die Nahrung auf unseren Tellern zurückerlangen? Am Ende des Film betrachtet man die kleinen Körner in einer Samentüte mit neuer Ehrfurcht. Denn alles beginnt mit einem Samenkorn!

 

19. Juni 19 und 21Uhr kunZstoffe (Georg-Schwarz-Str. 7)
Breath of life
1992, 92min, OmU

baraka Ein stiller, nicht-begrifflicher Film mit Bildern aus über 20 Ländern auf 6 Kontinenten: Der Film ist eine bildgewaltige Reise und mitreißende Musikkomposition zu den Naturschönheiten, den Kulturen, Religionen, aber auch zu den Abgründen der menschlichen Zivilisation und zeigt das Leben auf der Erde aus verschiedenen Perspektiven. Im Rahmen des Georg Schwartz Straßenfestes.

 

14. Juli 20:30Uhr Wagenplatz Toter Arm (Lauerscher Weg 70a)
Der vierte Weltkrieg
Sommerkino mit VoKü, Filmstart bei Einbruch der DunkelheitRegie: Jacqueline Soohen und Richard Rowley
2003, 75min, OmeU

dervierteweltkrieg Der Film taucht in die vordersten Fronten aktueller sozialer Konflikte in Mexiko,Argentinien, Israel, Palästina, Korea, Süd Afrika Nord Amerika und Europa ein. Ein Film, der mit inspirierenden Bildern und poetischen Worten über die weltweiten sozialen Bewegungen gegen Neoliberalismus erzählt. Er zeigt eine Welt, die zunehmend auf Gewalt und den sogenannten „Krieg gegen den Terror“ angewiesen ist, um ihre Regierbarkeit aufrecht zu erhalten.

„Ein radikaler Schrei aus den vordersten Fronten des Krieges gegen die Menschen“
Naomi Klein, Autorin von No Logo!

„Inspirierend. Unverzichtbar. Dokumentiert die Geschichte der Zukunft, bevor diese geboren ist“
Peter Wintonick, Point of View Magazine Kanada

„Ich denke, Der Vierte Weltkrieg sollte in der gegenwärtigen Zeit im Mittelpunkt der politischen Bildung linker Aktivisten stehen. Er ist wirklich so gut.“
Van Jones, esq., National Executive Director – Ella Baker, Zentrum für Menschenrechte

 

 

18. August 20:30Uhr Wagenplatz Toter Arm (Lauerscher Weg 70a)
Hotel Sahara
Sommerkino mit VoKü, Filmstart bei Einbruch der DunkelheitRegie: Bettina Haasen
2008, 85min, OmdU

hotel_sahara Hotel Sahara ist die intime Momentaufnahme eines Provisoriums von Menschen zwischen Ankunft und Abreise, zwischen Todesnachrichten und Hoffnungseuphorie, zwischen Zukunftsträumen und der enttäuschenden Gegenwart behaupten die Protagonisten eine faszinierende Kraft und Energie. Bettina Haasen porträtiert sie in atmosphärischen und eindringlichen Bildern, die ihre Wünsche und Ängste spürbar und unvergesslich machenIn Kooperation mit dem Initiativkreis für die Integration von AsylbewerberInnen

 

15. September 20Uhr kunZstoffe (Georg-Schwarz-Str. 7)
Die Schlacht um Seattle
2007, 98min, OmdU

schlacht Im November 1999 versammeln sich 50.000 Menschen um gegen das Gipfeltreffen der WTO zu protestieren. Es kommt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei und für einige Tage ist Down Town Seattle im Ausnahmezustand. Die Ereignisse in Seattle, die heute als die „Coming Out“ Party der globalisierungskritischen Bewegung gelten, werden durch Einzelschicksale erzählt. Globalisierungskritik à la Hollywood!

 

6. Oktober 20Uhr UT Connewitz   *JETZT ANSCHAUEN*
Todesstaub
Regie: Frieder Wagner
D 2007, 93min

deadlydust Der Film begleitet den deutschen Tropenarzt und Epidemiologen Dr. Siegwart-Horst Günther und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen, unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-fache übertrifft.
13. Oktober 20Uhr Passage Kinos
Petropolis
Regie: Peter Mettler
Kanada 2009, 43min

petropolis Teersandabbau. Eine Grossbaustelle unter freiem Himmel in der Provinz Alberta.Der boreale Wald ist weitgehend abgeholzt, der Boden 50 Meter tief aufgerissen, damit der ölhaltige Sand herausgeholt werden kann, aus dem das schwarze Öl extrahiert wird. Das Verfahren ist komplex und erfordert enorme Mengen Energie. Pro Barrel Öl werden an die 80 kg Treibhausgase in die Atmosphäre geblasen. Das Ausmass dieses aufgewühlten Geländes wurde im Wesentlichen an Bord eines Hubschraubers gedreht.
KDemo2

 

20. Oktober 20Uhr LuRu Kino (Baumwollspinnerei)
RAW. Wir sind gekommen um zu bleiben
Regie: Louise Culot
D 2009, 33min

raw Es geht um Stadtentwicklung sowie um Stadtumstrukturierung durch große Immobilienprojekte. Wer hat das Recht, den Entwicklungsprozess einer Stadt zu beeinflussen. Die Doku erzählt den Kampf vom Kampf des RAW-tempel e.V. auf dem ehemaligen Gelände des Reichsbahnausbesserungswerkes „Franz Stenzer“ in Berlin Friedrichshain zu bleiben, nach dem der Verein dort zehn Jahre lang seine Räume beschaffen hat und es mit Leben erfüllt hat. Die Filmemacherin Louise Culot zeigt mit ihrem Dokumentarfrolm Film „RAW Wir sind gekommen um zu bleiben“ den Kampf um Freiräume und Selbstbestimmung. Die Brisanz und Aktualität dieses Themas wird bereits in der Vorführgeschichte des Films deutlich: Aufgrund massiver Interventionen der Grundstückseigentümer, kann der Film nicht – wie geplant – im RAW-tempel gezeigt werden.Infos: RAW Tempel

 

27. Oktober 20Uhr Cineding   *JETZT ANSCHAUEN*
Empire St. Pauli
Regie: Irene Bude und Olaf Subczek
D 2009, 85min, OmdU

empirestpauli Im globalen Städte-Wettbewerb setzt sich Hamburg in Konkurrenz zu anderen Metropolen. Stadtentwicklung soll günstige Standortfaktoren für Unternehmen, Investoren und Touristik gewährleisten, die letzten Lücken in der so genannten „Perlenkette“ entlang des Elbufers werden imagebildend geschlossen. „Warum ist St. Pauli und der Hafen für uns in der touristischen Vermarktung so wichtig?“ fragt eine Mitarbeiterin der Hamburg Tourismus GmbH. „Sie bringen die meisten Besucher: „20-25 Millionen Besucher jährlich“. Auf zahlreichen Großevents wie Hafengeburtstag, Harley-Davidson-Days, Schlagermove, Cruise Days oder Welt-Astra-Tag können sich die TouristInnen auf St. Pauli amüsieren. Für die BewohnerInnen des Stadtteils bedeutet dies zusätzlich Lärm, Vermüllung sowie Einschränkung und Privatisierung des öffentlichen Raums.

 

3. November 20Uhr Schaubühne Lindenfels
Comuna under construction
Regie: Dario Azzellini und Oliver Ressler
D/A 2010, 94min, OmdU

comunaunderconstruction „Wir müssen selbst entscheiden, was wir wollen. Wir sind diejenigen, die die Bedürfnisse kennen und wissen, was in unserer Community los ist“, erklärt Omayra Pérez selbstbewusst. Sie will ihre Community eines an den Hängen von Caracas gelegenen Armutsviertels davon überzeugen, einen Consejo Comunal (Kommunalen Rat) zu gründen. In über 30.000 Consejos Comunales entscheiden die BewohnerInnen Venezuelas selbst kollektiv in Versammlungen über viele Belange ihres Umfeldes.

 

10. November 20Uhr Schauburg
Auf der sicheren Seite
Regie: Corinna Wichmann und Lukas Schmid
D 2009, 80min, OmdU

gatedcommunities Angesichts des schnellen Wandels der Welt und der medialen Sichtbarkeit von Terror und Umweltbedrohung, angesichts der Migrantenströme und der massiven Arbeitslosigkeit bauen wir nicht nur Mauern an den Staatsgrenzen, sondern Einwohner der wachsenden, von Kriminalität und Gewalt bedrohten Metropolen mauern sich und ihre Lieben selber ein. Die Enklaven der Sicherheit heißen Gated Communities. In ihnen manifestieren sich die Ängste und Hoffnungen unserer Zeit. Diese abgeschotteten, mit Überwachungskameras und Schlägbäumen ausgerüsteten Wohngebiete sind ein Sinnbild, ein Spiegel des Zustandes unserer Welt. Wir erzählen von der Vergangenheit und der Zukunft einer globalisierten Gesellschaft, die auseinander driftet, und die vielleicht bald keine Gemeinschaft mehr sein wird.

 

17. November 20Uhr naTo
Designing Society
Regie: Jördis Heizmann
D 2007, 30min

designing_society Kopfgeld, Bürgergeld, HarzIV oder 1€ Jobs: Die Debatte um die zukünftige Verteilung des Wohlstands ist in vollem Gange. Leistung soll sich wieder lohnen lautet das neoliberale Credo der Regierenden. Der Sozialstaat wird als Luxus vergangener Tage betrachtet, die solidargemeinschaftliche Struktur der Krankenkassen in Frage gestellt. Aber auch über ein anderes Modell wird nachgedacht: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Quer durch die Parteien zeigt „Designing Society“ Meinungen, Positionen und Rechenbeispiele die eine andere Verteilung denkbar machen. Der Film bietet eine gute Grundlage für Diskussionen darüber, ob 1000 € monatlich für jede/n die Gesellschaft gerechter machen können.

 

24. November 20Uhr LuRu Kino (Baumwollspinnerei)   *hier ein Einblick ins Thema*
Euzkadi. Die Spur der Reifen
Regie: Michael Enger
D 2009, 99min, OmdU

euzkadi Die Frage nach gewerkschaftlicher Solidarität und Interessenvertretung stellt sich heute oftmals – verschärft – im Rahmen von internationalen Konzernnetzwerken. Continental ist ein solcher Konzern mit 12 Mrd. Euro Umsatz, weltweit 64.000 Beschäftigten, 700 Mio. Euro operativem Gewinn im letzten Jahr – und Firmensitz in Deutschland.

 

1. Dezember 20Uhr Schaubühne Lindenfels    *JETZT ANSCHAUEN*
A farm for the future
Regie: Rebecca Hosking
UK 2009, 48min, OmdU

farmforthefuture Dokumentation der BBC, die zeigt, wie ästhetisch ökonomische und ökologische Landwirtschaft sein kann. Rebecca Hosking, Regisseurin und Farmerin, versucht herauszufinden, wie sie die Farm ihrer Eltern auf die Erfordernisse unserer Zeit umstellen kann. Mit Interviews mit Wissenschaftlern wie Richard Heinberg oder Dr. Colin Campbell. Mit den Beiträgen von Permakulturisten wie Patrick Whitefield und Martin Crawford wird schnell klar, dass Permakultur den momentan wohl zukunftsfähigsten Lösungsansatz bietet.

 

8. Dezember 20Uhr UT Connewitz   *JETZT ANSCHAUEN*
Terrorists. The kids they sentenced
Regie: Stefan Jarl und Lukas Moodysson
S 2003, 85min, OmdU

terrorists Als es beim EU-Gipfel in Göteborg 2001 zu Ausschreitungen bei den von Globalisierungskritiker_innen organisierten Massenprotesten kommt, schlägt der schwedische Staat mit aller Macht zurück. Rund 460 Demonstrant_innen werden festgenommen, 14 davon zu langen Haftstrafen verurteilt. In den Augen der Regierung handelt es sich bei ihnen um „Terroristen“. Stefan Jarl und Lukas Moodysson zeichnen ein anderes Bild: In bewegenden Interviews erzählen einige der jungen Aktivist_innen von ihrer Motivation, sich an den Protesten zu beteiligen, der Kritik an einer ungerechten Wirtschaftsordnung sowie ihren traumatischen Erfahrungen mit staatlicher Gewalt.