globaLE 2021

Aufgrund der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie war lange Zeit nicht sicher, ob wir die Reihe dieses Jahr durchführen können. Nun steht aber fest: die GlobaLE ’21 findet vom 05. August bis zum 3. November 2021 statt. Flyer und Plakate wird es ab ca. Mitte Juli geben. Wenn ihr uns beim plakatieren, flyern oder anderweitig helfen möchtet, meldet euch gern!

Alle Veranstaltungen finden unter Einhaltung der jeweils geltenden Corona-Auflagen statt. Achtung: Die Open-Air Veranstaltungen im August werden je nach Sonnenuntergang etwas später mit den Filmvorführungen beginnen, – bei einigen Veranstaltungen überbrücken wir die Zeit bis der Film startet mit Einführungsvorträgen bzw. -gesprächen.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei!

Wenn du die Reihe gut findest, überleg doch mal ob du uns eventuell unterstützen kannst. Auch kleine Spenden helfen uns weiter. Jede Unterstützung ist wichtig! Danke!

Programm:

DO, 05. August | 20.00 Uhr | WK 7 Grünau (Wiese Uranusstr. 27-33, Nähe Jupitercenter). In Kooperation mit dem BGL Nachbarschaftshilfeverein e.V. (Achtung: Aufgrund des Regenwetters musste die Veranstaltung ausfallen. Wir holen sie am 5.10. im Ost-Passage Theater nach.)
Sorry we missed you (Spielfilm, GB, FR, B 2019, dt.) Im Anschluss Diskussion.
Ricky, Abby und ihre zwei Kinder leben in Newcastle. Sie sind eine starke, liebevolle Familie, in der jeder für den anderen einsteht. Während Ricky sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt, arbeitet Abby als Altenpflegerin. Egal, wie sehr die beiden sich jedoch anstrengen, wissen sie, dass sie niemals unabhängig sein oder ihr eigenes Haus haben werden. Doch dann heißt es: Jetzt oder nie! Dank der digitalen Revolution bietet sich Ricky die Gelegenheit! Abby und er setzen alles auf eine Karte. Sie verkauft ihr Auto, damit Ricky sich einen Lieferwagen leisten und als selbständiger Kurierfahrer durchstarten kann. Die Zukunft scheint verlockend. Doch der Preis für Rickys Selbstständigkeit erweist sich als wesentlich höher als gedacht. Die Familie muss enger zusammenrücken und um ihren Zusammenhalt kämpfen.



FR, 06. August | 20.00 Uhr | Mockau-Ost (Wiese an Wendeschleife, gegenüber Mockauer Post, Ecke Kieler Str. / Mockauer Str.) In Kooperation mit BGL Nachbarschaftshilfeverein e.V. (Achtung: Aufgrund des Regenwetters musste die Veranstaltung ausfallen. Wir holen sie am 12.10. im Neuen Schauspiel Leipzig, voraussichtlich unter Anwesenheit des Regisseurs, nach.)
Kommen Rührgeräte in den Himmel? (BRD 2016, dt.) Im Anschluss Diskussion.
Carmen stammt aus der Schweiz und studiert Design im exotischen Thüringen. Nachdem ihr nagelneuer Mixer bei dem aufwühlenden Versuch, einen Kuchen zu backen, den Geist aufgegeben hat, entdeckt sie auf einem Jenaer Flohmarkt ein Rührgerät aus DDR-Zeiten. Es leuchtet in grellem Orange, ist deutlich älter als sie selbst — und trotzdem noch tadellos in Form. Es heißt RG 28.
Carmen ist von dem Rührer aus dem Elektrogerätewerk Suhl fasziniert. Um hinter das Geheimnis seiner sagenhaften Langlebigkeit zu kommen, begibt sie sich auf eine Forschungsreise in die Welt der Gerätschaften. Sie fragt Konstrukteure und Technologen, Designer und Ökonomen, Historiker, Theologen und Psychologen: In welchem Verhältnis stehen wir zu unseren Erzeugnissen? Und wie verändert sich diese Beziehung? Auf ihrem Trip begegnet Carmen den Menschen, die einst das RG 28 gebaut haben. Sie hört Geschichten von einer fremden, untergegangenen Wirtschaftsform, einem System, in dem die Mitarbeiter sich manchmal mit ihrem Betrieb und ihren Produkten identifizierten.
Ist die innere Verbundenheit des Schöpfers mit seinem Werk die wesentliche Voraussetzung für ein gutes Produkt? Macht es einen Unterschied, ob wir Dinge herstellen, um einen Unternehmer oder einen Aktienbesitzer noch ein bisschen reicher zu machen, oder ob wir Dinge schaffen, von denen wir glauben, dass die Menschen sie brauchen? Wo und unter welchen Bedingungen wird der größte Teil unserer Gebrauchsgegenstände heute hergestellt? Warum werfen wir vieles davon schon nach wenigen Jahren wieder auf den Müll? Können wir zu einem Ding, dem nur eine geringe Lebenserwartung vergönnt ist, noch eine respektvolle Beziehung entwickeln? Schwindet mit der wachsenden Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen auch der Respekt gegenüber denen, die sie geschaffen haben? Ihre Begegnungen und Gespräche führen Carmen schließlich zu der Frage, ob es vertretbar ist, unseren Erzeugnissen das zu verweigern, was wir für uns selbst erhoffen: Ein langes Leben. Ausgehend davon, wirft der Film allgemeine Fragen zur Produktionsweise im Kapitalismus und der zwingenden Alternative dazu auf.



MI, 11. August | 19.00 Uhr | Caracan im Auwald (Neue Linie 20)
Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts, Vortrag und Gespräch mit dem Journalisten und Publizisten Dr. Werner Rügemer (Uni Köln). Anschließend Film: The New Corporation (Kanada 2020, engl. UT)
Der Film enthüllt, wie die Übernahme der Gesellschaft durch Konzerne, durch schlaue Umbenennung von Unternehmen als sozial bewusste Einheiten, gerechtfertigt wird. Der Film befasst sich mit der Macht der Konzerne im heutigen Kapitalismus, zeigt aber auch wie weltweit Menschen auf die Straßen gehen um für Gerechtigkeit und die Zukunft des Planeten zu kämpfen.



DO, 12. August | 20.00 Uhr | Grassimuseum, Wiese im Innenhof (Johannisplatz 5-11)
Congo Calling (BRD 2019, dt. UT) Im Anschluss Diskussion mit Prof. (em) Dr. Friederike Diaby-Pentzlin (FIAN).
Der Osten der Demokratischen Republik Kongo ist eine der ärmsten und unsichersten Regionen der Welt. Hunderte von westlichen Entwicklungshelfern sind vor Ort und wollen die Bevölkerung unterstützen. Unter ihnen Raul, Peter und Anne-Laure. Sie sind hochmotiviert und voller Visionen, doch ihre Situation wirft für sie grundsätzliche Fragen auf. Raul, ein spanisch-französischer Wissenschaftler, muss feststellen, dass er seine Kollegen mit den Projektgeldern zur Korruption verführt und seine Studie über die Rebellengruppen deshalb zu scheitern droht. Peter, ein deutscher Entwicklungshelfer, wird nach 30 Berufsjahren in Rente geschickt, sieht aber außerhalb von Afrika keine Perspektiven für sich. Die Belgierin Anne-Laure hat ihre Stelle als Entwicklungshelferin aufgegeben. Sie arbeitet nun für ein kongolesisches Musikfestival und kämpft mit ihrem regimekritischen Freund und anderen Einheimischen für eine bessere Zukunft. Drei persönliche Perspektiven auf das Zusammenleben und Zusammenarbeiten zwischen Europa und Afrika – und die Frage: Wie hilfreich ist die Hilfe des Westens?



FR, 13. August | 20.00 Uhr | Grassimuseum, Wiese im Innenhof (Johannisplatz 5-11)
Chez Jolie Coiffure (Belgien 2018) Im Anschluss Diskussion mit den Aktivist*innen von Grand Beauty on Tour. Veranstaltung begleitend zur in dieser Woche stattfindenden Ausstellung im Grassimuseum.
Ein winziger Friseursalon im Viertel Matonge in Brüssel. Die Frauen, die hier arbeiten und bedient werden, kommen aus Afrika. Ihre Geschichten handeln von gefälschten Pässen und Fluchtwegen über Libyen, Syrien oder Griechenland, von zurückgelassenen Familien, belgischen Männern und komplizierten Liebesbeziehungen. Ein höchst aufschlussreicher Dokumentarfilm, der den Alltag und die Sorgen westafrikanischer Einwandererfrauen in einem Raum festhält, den sie ihr eigen nennen können.



SA, 14. August | 20.00 Uhr | (Umland) Schloss Frohburg (Florian-Geyer-Strasse 1, Frohburg. In Kooperation mit NABU Station Eschefelder Teiche und Schloss Frohburg e.V.) (Infos für die gemeinsame Anreise: Wir machen eine Fahrradtour von Leipzig nach Frohburg. Wer mitfahren möchte meldet sich bitte direkt bei Mike unter mnle(at)gmx(punkt)net oder unter 0179-9619584. Übernachtung vor Ort im Teichhaus ist organisiert und die Rückfahrt für Sonntag geplant.)
Land des Honigs (Mazedonien 2019, dt. UT) Im Anschluss Diskussion u.a. mit dem Imker Wolfgang Nitschke aus Frohburg.
Hatidze Muratova lebt mit ihrer kranken Mutter in einem Dorf ohne Straßen, Strom und fließendes Wasser in einer abgelegenen Bergregion tief im Balkan. Sie ist die letzte in einer langen Reihe von mazedonischen Wildbienenzüchtern, die ihren Lebensunterhalt durch das Sammeln wilden Honigs verdienen, welchen sie in der nächsten Stadt in kleinen Portionen verkaufen – nur vier Stunden zu Fuß entfernt. Hatidzes friedliches Dasein wird durch die Ankunft einer wandernden Familie mit ihren tosenden Motoren, sieben wild lebenden Kindern und einer Rinderherde auf den Kopf gestellt. Hatidze tritt der Möglichkeit des Wandels mit einem offenen Herzen entgegen und bietet ihre Zuneigung, ihren Brandy und ihre bewährte Imkereiberatung an. Es dauert jedoch nicht lange, bis Hussein, der Patriarch der wandernden Familie, Chancen erkennt und ein Interesse daran entwickelt, seinen eigenen Honig zu verkaufen. Hussein hat sieben junge Mäuler zu stopfen und keine Möglichkeit, sein Vieh zu weiden, und auf der Jagd nach Profit wirft er Hatidses Ratschläge bald beiseite. Dies führt zu einem Bruch in der natürlichen Ordnung, der zu einem Konflikt mit Hatidze führt, der die grundlegende Spannung zwischen Natur und Menschlichkeit, Harmonie und Zwietracht, Ausbeutung und Nachhaltigkeit offenbart. Auch wenn die Familie eine dringend benötigte Erholung von Hatidses Isolation und Einsamkeit bietet, sind ihre Überlebenschancen bedroht.

Der Dokumentarfilm erzählt auf erschütternde Weise von einem Einzelschicksal auf dem Land in Nordmazedonien, das ungefragt für das große Ganze stehen kann: die weltweite Honigproduktion ebenso wie die Natur im Gesamten.



MI, 18. August | 20.00 Uhr | Caracan im Auwald (Neue Linie 20)
Contrahistoria – Geschichte von unten (Spanien, BRD 2020, dt. UT) Im Anschluss Diskussion.
Während Spanien den westlichen Demokratien im Allgemeinen als ein Land gilt, das erfolgreich den Faschismus überwunden hat und vollständig demokratisiert ist, zeigt der Dokumentarfilm ein konträres Bild. Contrahistoria ist ein antifaschistischer Dokumentarfilm über faschistische Kontinuität, Repression und soziale Kämpfe in Spanien.



DO, 19. August | 20.00 Uhr | Grassimuseum, Wiese im Innenhof (Johannisplatz 5-11)
Downstream to Kinshasa (Belgien, DR Kongo, Frankreich 2020, engl. UT) Im Anschluss Diskussion mit dem Sozialwissenschaftler Janosch Kullenberg.
Im Sommer 2000 lieferten sich ugandische und ruandische Truppen in Kisangani eine verheerende Schlacht. Der Internationale Gerichtshof verurteilte Uganda zur Zahlung von einer Milliarde US-Dollar an die zivilen Opfer. Nach fast zwanzig Jahren vergeblichen Wartens machen sich einige von ihnen auf den Weg nach Kinshasa, um ihrem Rechtsanspruch Nachdruck zu verleihen.



FR, 20. August | 20.00 Uhr | Caracan im Auwald (Neue Linie 20)
„Cancel Culture“ oder demokratische Debattenkultur? Diskussion u.a. mit Elisabeth Voss (Berlin), Ingeborg Schellmann (Halle), Ulrike Bernard (Leipzig), Mike Nagler (Leipzig) und Johannes Schroth (Leipzig).
„Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden“ schrieb Rosa Luxemburg vor über hundert Jahren in ihrem bekannten Text zur russischen Revolution. Vielen ist dieses Zitat bekannt und über fast hundert Jahren war es auch Richtschnur für Toleranz und Handeln progressiver Akteure. Wie ist es eigentlich um die vielbeschworene Meinungsfreiheit und Toleranz hierzulande tatsächlich bestellt? Sind wir noch in der Lage miteinander zu diskutieren? Seit Covid-19 hat der Trend hin zu Intoleranz und Kommunikationsunfähigkeit zugenommen, ist der Ton härter geworden und für manche scheint es nur noch diese oder jene Schublade zu geben. Wir möchten an dem Abend Raum für Diskussionen über dieses Phänomen schaffen und wie dem entgegnet werden kann.

MI, 25. August | 20.00 Uhr | Robert-Koch-Park (Wiese vor dem Parkschloss Grünau)
One Word (Marshallinseln, BRD 2020, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit Viviana und Mark Uriona (Kameradistinnen).
Die Treibhausemissionen der Industriegesellschaft werden vermutlich der uralten Kultur der Marshallinseln den Untergang bringen. Dies ist nicht nur ein lokales Ereignis, sondern zugleich eine universelle Warnung an alle Menschen. Am Schicksal der Marshallinseln konnten die Filmemacher an einem konkreten Beispiel zeigen, welche Auswirkung die globale Erwärmung und der steigende Meeresspiegel hat.
Viviana und Mark Uriona war es besonders wichtig, nicht als Filmemacher aus der ersten Welt auf die Marshallinseln zu gehen und einen Film über die Betroffenen zu machen. Sie verfolgten einen partizipativen Ansatz. Sie haben die Menschen vor Ort kennengelernt, mit ihnen gemeinsam das Filmprojekt entwickelt und ermöglichten dadurch ein Art Empowerment. Diese einzigartige Herangehensweise des gegenseitigen Erkunden hat im Resultat einen spannenden, eindringlichen und höchst brisanten Dokumentarfilm hervorgebracht, der das wichtigste Thema unserer Zeit ins Mark trifft.



DO, 26. August | 20.00 Uhr | Robert-Koch-Park (Wiese vor dem Parkschloss Grünau / Sacksche Villa)
Grenzland (BRD 2021). Im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher Andreas Voigt. Achtung: Regenvariante: Bei Regenwetter findet die Veranstaltung einige Meter weiter statt: Pauluskirche Grünau (Alte Salzstraße 185) (u.a. Haltestelle Ratzelbogen).
Das weite, flache Land hinter den Deichen an Oder und Neiße liegt wie einst. Überschwemmungen sind darüber hinweg gezogen, Kriege, Menschen auf ihren Wanderungen und der Suche nach einem Ort zum Bleiben und dem besseren Leben. Eine Landschaft und ihre Geschichte. Grenzland – eine Reise. Vom Dreiländereck, wo Dtl., Polen und Tschechien einander berühren, bis hinauf zum Oderhaff.



FR, 27. August | 20.00 Uhr | Schönefeld-Ost (BGL Hof, Max-Lingner-Straße 8-22 / Löbauer Straße 54-56.)
Wem gehört mein Dorf? (BRD 2021). In Kooperation mit dem BGL Nachbarschaftshilfeverein. Im Anschluss Diskussion. ACHTUNG: Aufgrund des Regenwetters fällt die Veranstaltung an dieser Stelle aus. Wir holen sie im Oktober/November nach.
In seinem Heimatdorf an der Ostsee beobachtet der Filmemacher Christoph Eder das Erwachen der Einwohner*innen aus ihrer politischen Lethargie im Kampf um das Schicksal des beliebten Touristenorts. Ein Film über das Wesen der Demokratie zwischen weißer Bäderarchitektur und dem Rauschen des Meeres.



MI, 01. September | Innenstadt: Veranstaltung zum Weltfriedenstag, aktuelle Infos vorab unter www.leipzig-gegen-krieg.de


MI, 01. September | 20.00 Uhr | Caracan im Auwald (Neue Linie 20)
Sommerkrieg (BRD, Ukraine 2019, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit den Filmemachern Moritz Schulz und Christoph Bockisch sowie Iwana Steinigk (Zukunft für Donbass e.V.).
Kinder besuchen im Sommer das paramilitärische Ausbildungscamp des rechtsextremen Azow-Regiments. Sie sollen die Ukraine der Zukunft begründen. Die minderjährigen Teilnehmerinnen lernen zu kämpfen, zu schießen, zu schreien und Befehle zu befolgen. Mit aller Härte werden sie mit der Wirklichkeit einer Gesellschaft im Kriegszustand konfrontiert und erhalten dafür einen Platz in einer Gemeinschaft. Doch wie wirken sich der Drill und die Indoktrination auf die Teilnehmerinnen aus und was wird aus ihnen, wenn sie das Lager verlassen?



DO, 02. September | 20.00 Uhr | Caracan im Auwald (Neue Linie 20)
No gold for Kalsaka (Burkina Faso, BRD 2019, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit Lara Louisa Siever (Referentin bei INKOTA für Ressourcengerechtigkeit und Rohstoffpolitik).
Schon immer haben die Menschen in Kalsaka, einem Dorf im afrikanischen Burkina Faso, von ihrem Land gelebt. Dies endete abrupt mit der Ankunft eines multinationalen Bergbauunternehmens. Ein eindrücklicher Film über die Folgen des industriell betriebenen Goldabbaus und die globalen, unfairen Marktbeziehungen.



FR, 03. September | 20.00 Uhr | Wagenplatz Toter Arm (Lauerscher Weg 70a, nahe Cospudener See)
Sarita (Italien, BRD 2019, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit dem Regisseur Sergio Basso.
Der Film porträtiert bhutanische Geflüchtete in einem Lager in Nepal. Dort leben sie, seitdem sie 1990 verbannt wurden, weil sie mehr Rechte gefordert hatten. Viele von ihnen werden in verschiedene Länder umgesiedelt. Die 13-jährige Sarita wurde im Camp geboren. Für sie beginnt eine unfreiwillige Reise ins Ungewisse. Dabei versucht sie, wie viele ihrer Landsleute, eine Heimat zu finden.



MI, 08. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Die Kordillere der Träume (Chile, Frankreich 2019, dt. UT). Im Anschluss Diskussion.
Der Film nimmt uns mit nach Chile, wo das Andengebirge Symbol des Landes ist, Erinnerung an die Geschichte, erschreckend und sehnsuchtsvoll. Er zeigt die bizarren Auswüchse eines kapitalistischen Systems, das einigen beispielsweise durch die Kupfervorkommen großen Reichtum gebracht hat, während der Rest in Armut lebt und beschäftigt sich dabei ausführlich mit den Verbrechen der Militärdiktatur.



DO, 09. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Das andere Leben – Schule, Kindheit und Jugend in der DDR (BRD 2020). Im Anschluss Diskussion mit dem Protagonisten Edmund Pelzer und Johann Lembke (einem der Filmemacher der KO).
Mit der Gründung der DDR entsteht zum ersten Mal auf deutschem Boden eine Einheitsschule für alle Kinder. Anekdoten und Erklärungen über die Polytechnik, politische Bildung, die Pionierorganisation und zum Jugendleben vermitteln ein Bild eines weit verzweigten, einheitlichen Netzes der Bildung und Erziehung, das jedem Kind offenstand. Pioniere und Freie Deutsche Jugend sind sowohl Freizeitorganisationen als auch Organe der Mitbestimmung gewesen. Zuletzt war der revolutionäre Geist der Jugend allerdings nicht stark genug…



FR, 10. September | 20:00 Uhr | Ost-Passage Theater (Konradstraße 27)
Silence Radio (Mexiko, Schweiz 2019, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit Aktivist/innen vom Kollektiv „Venas Abiertas“.
Die regierungskritische Enthüllungsjournalistin und Nachrichtensprecherin Carmen Aristegui ist eine der wenigen Stimmen Mexikos mit dem Mut zur Wahrheit. 2015 wird Carmen vom Sender mit ihrem Team entlassen und verklagt. Sie enthüllte die Verwicklung der damaligen Präsidentenfamilien Peña Nieto in einen Immobilienskandal.



SA, 11. September | 20.00 Uhr | Neustadt-Neuschönefeld, Grünfläche (Meißner Str. 44). In Kooperation mit dem Querbeet-Flimmergarten. (ACHTUNG: Bei schlechtem Wetter gibt es die Regenoption: Peterskirche (Schletterstraße 5).
Kabul, City in the Wind (Afghanistan/ Deutschland/ Japan/ Niederlande 2018, dt. UT) Im Anschluss Diskussion mit Bahadur Rajabi (Masar-e Scharif, heute in Plauen lebend).
Ja, es ist noch Krieg in Afghanistan, auch wenn der seit langem brodelnde Krieg längst aus der Aufmerksamkeit der westlichen Öffentlichkeit verschwunden ist. Für die Menschen in der Hauptstadt Kabul ist Krieg dagegen an der Tagesordnung. Der Dokumentarfilm schildert Geschichten von gewöhnlichen Menschen und ihrer Bewältigung des Alltags in einem von Krieg und Gewalt gezeichneten, instabilen Land.



MI, 15. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
18 Kühe zwischen zwei Fronten (Palästina, Kanada, Frankreich 2014, dt.). Im Anschluss Diskussion mit Aktivistinnen von Handala Leipzig und Yuval Gal Cohen (JID Leipzig).
1987: Als Reaktion auf die Besetzung des Westjordanlands kaufen die Bewohner*innen des Städtchens Bait Sahur 18 Kühe und gründen eine eigene Milch-Kooperative. Das Projekt erweist sich als voller Erfolg und die Kühe werden zu regionalen Berühmtheiten – bis die israelische Armee sie zu einer Gefahr für die nationale Sicherheit erklärt…



DO, 16. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
The Lab (Israel, Belgien, Frankreich 2013). Im Anschluss Diskussion mit dem Ökonom und Journalisten Dr. Shir Hever sowie Michael Sappir (JID Leipzig).
Die Rüstungs- und Militärindustrie ist einer der wichtigsten Stützpfeiler der israelischen Wirtschaft: Große israelische Firmen entwickeln modernste Techniken der Kriegsführung, die von privaten Geschäftsleuten über ein Netzwerk aus Politik und Militär in der ganzen Welt vertrieben werden. Wem der Begriff „Militärisch-industrieller-Komplex“ abstrakt vorkommt sollte sich diesen Film unbedingt ansehen – er zeig in aller Klarheit, was das in der Praxis bedeutet.



FR, 17. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
On the side of the road (Israel, Palästina 2013, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit Gal Levy (JID Leipzig) und Aktivistinnen der Palästinasolidarität von Free Palestine FFM.
Der Film von Lia Tarachansky dokumentiert die kollektive Leugnung der Ereignisse von 1948, welche zur Gründung des Staates Israel, zur Zerstörung hunderter palästinensischer Dörfer und der Vertreibung von über 700.000 Menschen führten. Es kommen Menschen zu Wort, die bei den damaligen Ereignissen eine Rolle gespielt haben. Die Autorin ist in der israelischen Großsiedlung Ariel aufgewachsen. Erst als Erwachsene begann sie die Probleme der Besatzung Palästinas zu realisieren.




SA, 18. September | 20.00 Uhr | (Umland), Pödelwitz (Dorfplatz). In Kooperation mit „Pödelwitz hat Zukunft e.V.“ Im Rahmen des Pödelwitzer Dorffestes (bereits ab 15 Uhr mit nettem Programm). Anreise: S-Bhf „Neukieritzsch“+ 7 km Rad oder „Pegau“+9 km Rad. Packt die Zelte ein, es gibt abends noch Konzerte + Tanz + eine Wiese zum zelten.) (Bei Regenwetter gibt es eine Indoorvariante.)
Brückenjahre (BRD 2014). Im Anschluss Diskussion.
Den Bewohner*innen des Lausitzer Dorfes Kerkwitz droht seit 2008 die Abbaggerung durch den Energieriesen Vattenfall aufgrund der hohen Braunkohlevorkommen. Seit dieser Ankündigung versuchen die Menschen dort ihren Alltag in dieser Ungewissheit aufrechtzuerhalten und stehen zwischen dem Verlust Ihrer Heimat und dem Verlust möglicher Arbeitsplätze in der Region. Der Film versucht die Probleme der sogenannten Brückentechnologie auszuloten, welche die Lausitz seit über einem Jahrhundert begleitet.




MI, 22. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Oeconomia (BRD 2020). Im Anschluss Gespräch mit dem Journalisten und Publizisten Dr. Werner Rügemer (Uni Köln) und Helena Funk (Oikocredit Genossenschaft).
Unser Wirtschaftssystem hat sich unsichtbar gemacht und entzieht sich dem Verstehen. In den letzten Jahren blieb vielen oft nicht viel mehr als ein diffuses und unbefriedigendes Gefühl, dass irgendetwas schiefläuft. Aber was? Der Film versucht die Spielregeln des Systems offen zu legen und macht sich mit viel Scharfsinn und luzider Stringenz daran, den Kapitalismus der Gegenwart zu durchleuchten.



DO, 23. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Passion – Zwischen Revolte und Resignation (Schweiz 2019). Im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher Christian Labhart.
Bilder einer Reise durch den kapitalistischen Dschungel aller fünf Kontinente öffnen den Blick auf Klimaerwärmung, Krieg, Konsum, Flucht und Ungleichheit. Entstanden ist ein Essayfilm über den Umgang mit der schmerzlichen Tatsache, dass unser Dasein heute nicht so ist, wie es sich viele vor 50 Jahren erträumten. Ein filmischer Versuch, die Mechanismen eines entfesselten Kapitalismus zu zeigen und die Frage zu beantworten, ob ein richtiges Leben im falschen möglich ist.



MI, 29. September | 20.00 Uhr | Passage-Kinos (Hainstraße 19a)
Die Akte BND – Waffengeschäfte deutscher Reeder (BRD 2019). Im Anschluss Diskussion mit Jacqueline Andres (Informationsstelle Militarisierung Tübingen)
Nach sieben Jahren Recherche zu Waffengeschäften deutscher Reedereien wird dem Team um Autor Rainer Kahrs ein geheimes Konvolut zugespielt. Die Dokumente beweisen: Der deutsche Geheimdienst BND ist in Waffentransporte in die Krisen- und Kriegsgebiete dieser Welt stark involviert. Die Geschäfte laufen vorbei an den Behörden, im toten Winkel von Außenwirtschaftsgesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz.


DO, 30. September | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Der Balkon – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland (Griechenland 2018, dt. UT). Im Anschluss Diskussion mit Chrysanthos Konstantinidis (Regisseur) sowie Christoph Schminck-Gustavus, (Prof. em. für Rechtsgeschichte, Universität Bremen) und Hilde Schramm (Vorstand v. Respekt für Griechenland e.V.)
Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wird wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das in der Bundesrepublik kaum bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer zweiundachtzig Dorfbewohner, überwiegend Kinder und alte Leute, und zerstörten fast alle Häuser. Der Regisseur des Films stammt aus Lyngiades. Die Hintergründe des Verbrechens recherchierte vor drei Jahrzehnten der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus (s. sein Buch „Der Feuerrauch“). Jetzt führt er durch den Film. In diesem hören die Nachgeborenen vor Ort, oft erstmalig, Erinnerungen von Überlebenden. Es sind Dokumente der Trauer vor dem Hintergrund eines kollektiven Traumas. Und es sind Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.


FR, 01. Oktober | 20.00 Uhr | Wagenplatz Toter Arm (Lauerscher Weg 70a, nahe Cospudener See) | Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.) | Open-Air-Kino Premiere: Ella (BRD 2021). Bringt Hunger mit, – vorab gibt’s um 19 Uhr Küfa – Küche für Alle.
Es war ein abschreckendes Urteil nach einer langen Untersuchungshaft: Die immer noch „unbekannte Person Nr. 1“ wurde vom Amtsgericht Alsfeld zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das dramatische Gerichtsverfahren basierte dabei komplett auf Erfindungen. Mehrere SEK-Polizisten tischten eine frei erfundene Story zu den Abläufen bei der Räumung der Waldbesetzung gegen die A49 im Herbst 2020 auf. Sie phantasierten von Fußtritten und Kniestößen, Lebensgefahr, Todesangst und Verletzungen. Geschwärzte Atteste mit gar nicht zum Tattag passenden Daten wurden als Beweise akzeptiert, Widersprüche zwischen Aussagen am Tag selbst und den konstruierten Vorwürfen Tage oder Wochen später zu Missverständnissen umetikettiert. Es war völlig klar: Mit „Ella“, die wie unbekannte Person (UP1) genannt wird, war ein Zufallsopfer gefunden, um die ganze Bewegung zu diskreditieren und abzuschrecken. Offenbar war den Lobbyistinnen einer Weiter-so-Autogesellschaft und der autoritär-politischen Justiz ein Schlag gegen Verkehrswende-Aktive wichtig, da diese durch die Besetzung des Dannenröder Waldes deutlich gestärkt wurden. Der Alsfelder Richter Süß machte sich zum Handlanger und willigen Vollstrecker. Paradox: Er schwächte die Verteidigung von Ella durch die Ablehnung von zwei der drei vorgesehenen Verteidigerinnen mit dem absurden Argument, diese seien kritisch gegenüber dem Autobahnbau eingestellt. Er selbst gehört einer Partei an, die auf regionaler und überregionaler offen für den Autobahnbau eintritt – doch für ihn galt die erfundene Regel politischer Neutralität nicht.
Der Film „Ella“ ist eine Antwort auf die Justizskandale. Solidarische Zusammenhänge haben in akribischer Recherchearbeit einen Dokumentationsfilm erstellt, der klar belegt, was an dem verhängnisvollen 26.11.2020 im Dannenröder Wald wirklich geschah. Staatsanwaltschaft und Amtsgericht wollte die Beweise für die Lügen der Polizei nicht zur Kenntnis nehmen. Der Film wird sie zeigen. Er wird erstmals am 1. Oktober, dem Jahrestag des Polizeiangriffs auf die Waldbesetzung aufgeführt – an gleichzeitig sehr vielen Orten.


DI, 05. Oktober | 20.00 Uhr | Ost-Passage Theater (Konradstraße 27). Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.) Die Veranstaltung holen wir an dieser Stelle nach, da sie im Freiluftkino in Grünau, aufgrund des Regenwetters im August, leider ausgefallen ist.)
Sorry we missed you (Spielfilm, GB, FR, B 2019)
Ricky, Abby und ihre zwei Kinder leben in Newcastle. Sie sind eine starke, liebevolle Familie, in der jeder für den anderen einsteht. Während Ricky sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt, arbeitet Abby als Altenpflegerin. Egal, wie sehr die beiden sich jedoch anstrengen, wissen sie, dass sie niemals unabhängig sein oder ihr eigenes Haus haben werden. Doch dann heißt es: Jetzt oder nie! Dank der digitalen Revolution bietet sich Ricky die Gelegenheit! Abby und er setzen alles auf eine Karte. Sie verkauft ihr Auto, damit Ricky sich einen Lieferwagen leisten und als selbständiger Kurierfahrer durchstarten kann. Die Zukunft scheint verlockend. Doch der Preis für Rickys Selbstständigkeit erweist sich als wesentlich höher als gedacht. Die Familie muss enger zusammenrücken und um ihren Zusammenhalt kämpfen.



MI, 06. Oktober | 20.00 Uhr | Peterskirche (Schletterstraße 5)
Regeln am Band, bei hoher Geschwindigkeit (BRD 2020). Im Anschluss Diskussion.
In der westdeutschen Provinz kämpfen osteuropäische Leiharbeiterinnen, die im größten Schweineschlachtbetrieb des Landes tätig sind, ums Überleben – und Aktivistinnen, die sich für deren Rechte einsetzen, mit den Behörden. Zur gleichen Zeit proben Münchener Gymnasiast*innen das Stück „Die Heilige Johanna der Schlachthöfe“ und reflektieren über die deutschen Wirtschaftsstrukturen und ihr Verhältnis dazu.
Verwoben mit den Gedankengängen der Jugendlichen und ihrer Auseinandersetzung mit dem Text in den Proben erzählt der Film in unterschiedlichen Fragmenten über Bedingungen und Facetten von Leiharbeit und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik.



DO, 07. Oktober | 20.00 Uhr | Passage-Kinos (Hainstraße 19a)
Das andere Leben – Kalter Krieg und Konterrevolution (BRD 2020). Im Anschluss Diskussion mit dem Protagonisten Torsten Schöwitz sowie Lorenz Küstner (einem der Filmemacher der Kommunistischen Organisation (KO)).
Die Dokumentation richtet den Blick auf das Verhältnis zwischen Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Die Sicherung der Grenze 1961, die Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit und der Nationalen Volksarmee erscheinen im Licht des Kalten Krieges neu. Die Beziehungen zwischen der DDR und der BRD werden besonders wichtig für ein Verständnis der politischen Krise der DDR in den 80er Jahren. Die Gesprächspartner reflektieren die Zeit danach, die Lebensumbrüche und den Umgang der Bundesrepublik mit der DDR und mit ihnen selbst. Die DDR ist Geschichte. Was aber bleibt von der Deutschen Demokratischen Republik?



DI, 12. Oktober | 20.00 Uhr | Neues Schauspiel Leipzig (Lützner Straße 29). Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.) Wir holen die Veranstaltung an dieser Stelle nach, da sie im Freiluftkino in Mockau im August aufgrund des Regenwetters leider ausgefallen ist.)
Kommen Rührgeräte in den Himmel? (BRD 2016, dt.) Im Anschluss Diskussion mit dem Regisseur Reinhard Günzler.
Carmen stammt aus der Schweiz und studiert Design im exotischen Thüringen. Nachdem ihr nagelneuer Mixer bei dem aufwühlenden Versuch, einen Kuchen zu backen, den Geist aufgegeben hat, entdeckt sie auf einem Jenaer Flohmarkt ein Rührgerät aus DDR-Zeiten. Es leuchtet in grellem Orange, ist deutlich älter als sie selbst — und trotzdem noch tadellos in Form. Es heißt RG 28.
Carmen ist von dem Rührer aus dem Elektrogerätewerk Suhl fasziniert. Um hinter das Geheimnis seiner sagenhaften Langlebigkeit zu kommen, begibt sie sich auf eine Forschungsreise in die Welt der Gerätschaften. Sie fragt Konstrukteure und Technologen, Designer und Ökonomen, Historiker, Theologen und Psychologen: In welchem Verhältnis stehen wir zu unseren Erzeugnissen? Und wie verändert sich diese Beziehung? Auf ihrem Trip begegnet Carmen den Menschen, die einst das RG 28 gebaut haben. Sie hört Geschichten von einer fremden, untergegangenen Wirtschaftsform, einem System, in dem die Mitarbeiter sich manchmal mit ihrem Betrieb und ihren Produkten identifizierten.
Ist die innere Verbundenheit des Schöpfers mit seinem Werk die wesentliche Voraussetzung für ein gutes Produkt? Macht es einen Unterschied, ob wir Dinge herstellen, um einen Unternehmer oder einen Aktienbesitzer noch ein bisschen reicher zu machen, oder ob wir Dinge schaffen, von denen wir glauben, dass die Menschen sie brauchen? Wo und unter welchen Bedingungen wird der größte Teil unserer Gebrauchsgegenstände heute hergestellt? Warum werfen wir vieles davon schon nach wenigen Jahren wieder auf den Müll? Können wir zu einem Ding, dem nur eine geringe Lebenserwartung vergönnt ist, noch eine respektvolle Beziehung entwickeln? Schwindet mit der wachsenden Gleichgültigkeit gegenüber den Dingen auch der Respekt gegenüber denen, die sie geschaffen haben? Ihre Begegnungen und Gespräche führen Carmen schließlich zu der Frage, ob es vertretbar ist, unseren Erzeugnissen das zu verweigern, was wir für uns selbst erhoffen: Ein langes Leben. Ausgehend davon, wirft der Film allgemeine Fragen zur Produktionsweise im Kapitalismus und der zwingenden Alternative dazu auf.



MI, 13. Oktober | 20.00 Uhr | Passage-Kinos (Hainstraße 19a)
Ernesto Che Guevara (Kuba, Italien 1994). Anlässlich 61 Jahre Sanktions- und Blockadepolitik der USA gegen das sozialistische Kuba. Im Anschluss Diskussion mit Armando Bermudez Martinez und mit Raven Jahns (Proyecto Tamara Bunke) und weiteren Aktiven der Kampagne Unblock Cuba.
Unter Verwendung umfangreichen Bildmaterials aus verschiedenen kubanischen Archiven und der Mitarbeit von Che Guevaras erster Lebensgefährtin Hilda Gadea ist ein Film entstanden, der Che Guevaras Beweggründe, seine Botschaft der Befreiung und seine Hoffnung für die Möglichkeit einer menschlichen Gesellschaft plastisch darstellt. Erst dadurch wird klar, warum Che Guevara zur Revolutionslegende, zur Pop-Ikone und zum Verkaufsschlager werden konnte, worauf er heute gerne reduziert wird.



DO, 14. Oktober | 19.30 Uhr | Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32). Präsentiert vom Eine Welt e.V. im Rahmen der Fairen Modewoche Leipzig.
Made in Bangladesh (Spielfilm, Frankreich, Bangladesch, Dänemark, Portugal 2019). Im Anschluss Diskussion.
Dies ist eine Geschichte der Frauen, die unsere Jeans und T-Shirts herstellen. Die 23-jährige Shimu arbeitet in einer Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs. Aus Protest gegen die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen beschließt sie gemeinsam mit ihren Kolleg*innen eine Gewerkschaft zu gründen. Trotz der Drohungen der Fabrikleitung und gegen den wachsenden Druck ihres Ehemannes ist sie bereit, den Kampf um ihre Rechte aufzunehmen.




SA, 16. Oktober | 11.00 Uhr ganztags | Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32)
Tagung: Welche Organisation braucht die Arbeiterklasse heute? und 20 Uhr: Die Schlacht um Algier (Spielfilm, Algerien, Italien 1966). Ganztags Diskussion.
Die Zustände im heutigen Kapitalismus, wie sie zahlreiche Filme die wir zeigen dokumentieren, sind auch Ausdruck der schlechten Organisation der Arbeiterklasse heute. Die organisierten Kräfte hierzulande, die eine Überwindung des Kapitalismus glaubwürdig vertreten, sind nahezu nicht existent, zersplittert oder marginalisiert. Wir laden all diejenigen ein miteinander ins Gespräch zu kommen, die ein Interesse daran haben, dass sich die Klasse der Ausgebeuteten besser organisiert.

Zur Film – Abendveranstaltung: „Die Schlacht um Algier“ thematisiert eine Episode des algerischen Unabhängigkeitskrieges gegen Frankreich der Jahre 1954 bis 1962. Das Ziel der algerischen „Nationalen Befreiungsfront“ (FLN) ist klar: ein blutiger Aufstand aus dem Untergrund gegen die Kolonialherren. Mit brutalen Folterungen versuchen die Franzosen, die Drahtzieher der Revolte zu finden… 1954 begann der Freiheitskampf Algeriens, 1962 gewährte Frankreich die Unabhängigkeit. Der grobkörnige, eindringliche Film zeichnet Stationen des Konflikts nach. Um nah an der Wahrheit zu bleiben, wurde mit Laien gedreht, darunter echten Freiheitskämpfern. Der Film wurde 1966 in Venedig mit dem Goldenen Löwen prämiert. In Frankreich blieb das Werk bis 1971 verboten.



MO, 18. Oktober | 20 Uhr | Neues Schauspiel Leipzig (Lützner Straße 29)
Mietrebellen (BRD 2014). Anschließend Diskussion u.a. mit dem Filmemacher und Aktivisten Matthias Coers. Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.)
In den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in der schillernden Metropole Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum.
Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung…




DI, 19. Oktober | 20 Uhr | Ost-Passage Theater (Konradstraße 27)
Umkämpftes Wohnen – Neue Solidarität in den Städten, Buchvorstellung mit Videos und Fotos mit den beiden Herausgebern Peter Nowak und Matthias Coers. Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.)
In Zeiten gesteigerter Verwertungsinteressen und angespannter Wohnungsmärkte wird für immer breitere Bevölkerungsteile schmerzhaft erfahrbar, die persönliche Wohnungsfrage individuell nicht mehr lösen zu können. Dabei entstehen im Wohnumfeld und städtischen Raum statt Ressentiments Suchbewegungen nach praktischer Solidarität. Konkrete Mieter*innenkämpfe entwickeln sich zu neuer Stadtteilarbeit.
Peter Nowak und Matthias Coers stellen mittels Text und Bild Initiativen aus dem In- und Ausland vor, geleitet von der Frage, wie Kämpfe um Wohnraum, niedrige Mieten, gegen Verdrängung und die Kämpfe um höhere Löhne und Einkommen zusammen geführt werden können.
Mehr dazu hier.




MI, 20. Oktober | 20.00 Uhr | Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32)
Katrin (DDR 1986) und Abstich (BRD 1998). Im Anschluss Diskussion mit den Protagonisten Katrin Seyfarth, Faiko Hensel und dem Filmemacher Joachim Tschirner.
Der kurze Dokumentarfilm „Katrin“ ist der erste Teil der Langzeitdokumentation „Maxhütte-Zyklus“ und zeigt Bilder aus dem Leitstand des alten Walzwerkes der Maxhütte-Unterwellenborn. Die Kamera beobachtet die Blockwalzerin Katrin Hensel in ihrem Leitstand.
„Abstich“ ist der letzte Teil der Langzeitdokumentation über das Stahlwalzwerk „Maxhütte“ im thüringischen Unterwellenborn, der die Umstrukturierung und teilweise Abwicklung der Fabrik beschreibt. Der Film enthält sich weitgehend einer Kommentierung, sondern lässt Fakten, Personen und Zahlen für sich sprechen. Im Frühjahr 1993, dreieinhalb Jahre nach der Annexion, begannen die Dreharbeiten für den letzten Teil der Maxhütten-Chronik. In der Region herrschte damals eine seltsame Mischung aus Absturz und Neubeginn, aus Abbruch und Aufbruch. Drei Jahre nach Drehbeginn wurde die traditionsreiche Maxhütte geschlossen. In diesen drei Jahren begleiteten die Dokumentaristen Menschen aus der Maxhütte. In ihren eindrucksvollen und kritischen Filmbildern bewahren sie die Erinnerung an die Hütte und an die, die dort arbeiteten.




DO, 21. Oktober | 19.00 Uhr | (Umland), Mediothek Borna (Martin-Luther-Platz 9, Borna). In Kooperation mit dem NABU Zukunftsgarten.
The Whale and the Raven (Kanada, BRD 2019). Im Anschluss Diskussion.
Sind Wale Individuen mit der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Intelligenz? Janie Wray und Hermann Meuter sind fest davon überzeugt. Seit 15 Jahren dokumentieren die beiden Wal-Forscher das Verhalten von Orcas, Buckel- und Finnwalen an der Westküste Kanadas. 70 Meilen von ihren Forschungsstationen entfernt liegt die kleine Küstenstadt Kitimat. Hier wird eine gigantische Exportanlage für Flüssiggas(LNG) geplant. Auf Supertankern soll das Gas nach Asien exportiert werden. Was die Tankerroute für die Wale bedeuten wird, ist nicht absehbar. Auch die Gitga’at First Nation, die in dem kleinen Ort Hartley Bay leben, haben sich nach einem zehnjährigen Kampf dem Druck von Industrie und Regierung gebeugt und zugestimmt, dass zukünftig Hunderte von Supertankern durch die Fjorde ihres Territoriums fahren werden. In den Geschichten der First Nations, den ersten Bewohnern dieser Küste, wird das Meer als „Unterwasserkönigreich“ beschrieben. “Orca Chief“ wacht über die Bewohner des Meeres und weist respektlose Menschen in ihre Schranken. In einer animierten Sequenz, erzählt mit Bildern des Künstlers Roy Henry Vickers, macht die Geschichte von Orca-Chief klar, dass es in dieser Region auch um verschiedene Konzepte unserer Welt geht: Die industrielle Nutzbarmachung des Meeres versus dem Meer als Nahrungsquelle, das es langfristig zu erhalten gilt. In ihrem Film wirft Regisseurin Mirjam Leuze die Frage auf, ob wir Menschen das Recht haben, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu formen. Was wäre, wenn Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Denken nicht ausschließlich menschliche Fähigkeiten wären? Nah dran an den beiden Walforschern Hermann Meuter und Janie Wray gibt der Film einen tiefen Einblick in ein einzigartiges Biotop.



FR, 22. Oktober | 20 Uhr | Ost-Passage Theater (Konradstraße 27)
From Durban to Tomorrow (Indien, 2021, engl. UT), Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm.) Im Anschluss Diskussion mit dem Aktivisten und Filmemacher Dylan Mohan Gray (Neu-Delhi).
Da die Ungerechtigkeiten der globalen Gesundheit heute offensichtlicher und gravierender sind als je zuvor in der Geschichte, erinnert „From Durban to Tomorrow“ an die Massenproteste von Menschen mit HIV in Durban, Südafrika, die die globale Landschaft für Menschenrechte im Gesundheitswesen teilweise radikal verändert haben vor zwei Jahrzehnten. Diese Ereignisse im Jahr 2000 führten zu einer Reihe bedeutender Fortschritte im Bereich der öffentlichen Gesundheit für marginalisierte Menschen auf der ganzen Welt. Doch in den letzten Jahren wurden viele dieser hart erkämpften Errungenschaften stark untergraben, wodurch zig Millionen Menschenleben gefährdet wurden. In „From Durban to Tomorrow“ unterstreichen die Geschichten von fünf Gesundheitsfürsprechern an vorderster Front aus verschiedenen Teilen der Welt diese sich rasch verschärfende Krise und läuten den bevorstehenden Kampf um ein sinnvolles, universelles Menschenrecht auf Gesundheit ein.




MI, 27. Oktober | 20.00 Uhr | Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32)
Atomkraft forever? (BRD 2021). Im Anschluss Diskussion mit dem Filmemacher Carsten Rau.
2022 steigt die Bundesrepublik endgültig aus der Atomkraft aus: Das letzte Atomkraftwerk wird abgeschaltet, weil die Erfahrung von Fukushima gezeigt hat, dass das Risiko zu hoch ist und die Technik nicht beherrschbar. Doch dass damit das nukleare Problem gelöst wäre, erweist sich bei genauerer Betrachtung als Illusion: Zigtausende Tonnen radioaktiver Müll, dessen Lagerung völlig unklar ist. Gefährlicher Rückbau der Kraftwerke, der Jahrzehnte dauern und viele Milliarden Euro verschlingen wird. Und europäische Nachbarn, die an der vermeintlich sauberen Kernenergie festhalten: Von 27 EU-Staaten betreiben 13 Atomkraftwerke – und der Ausbau geht weiter…




DO, 28. Oktober | 20.00 Uhr | Felsenkeller (Karl-Heine-Str. 32)
A woman captured (Ungarn 2018). Im Anschluss Diskussion mit Lea Rakovsky (Projektkoordinatorin bei Ban Ying Koordinations- und Beratungsstelle gegen Menschenhandel e.V.).
Der Dokumentarfilm handelt von Marisch, einer 52-jährigen Ungarin, die ein Jahrzehnt lang einer Familie diente – bei 20-Stunden-Arbeitstagen und ohne Arbeitslohn. Ihre Unterdrücker konfiszierten ihre Ausweispapiere und sie darf das Haus nur mit ausdrücklicher Erlaubnis verlassen. Sie behandeln sie wie ein Tier, geben ihr nur Essensreste und kein Bett zum Schlafen. Marisch fristet ihr Dasein in ständiger Angst, träumt jedoch davon, ihr Leben zurückzuerlangen…


FR. 29. Oktober | 20.00 Uhr | Parkschloss Grünau / Sacksche Villa (Robert-Koch-Park) (Eingang am besten über Schönauer Allee.) In Kooperation mit dem Haus Steinstraße e.V.
Let‘s make money (Österreich 2008) (Im Anschluss Diskussion.)
Der Film folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bäuerinnen oder indische Arbeiterinnen unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt mehrere Ebenen des kapitalistischen Finanzsystems und zeigt auch warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist und wie „Krisen“ entstehen…




MI, 03. November | 20.00 Uhr | Ost-Passage Theater (Konradstraße 27)
Golden Fish, African Fish (Senegal 2019). Im Anschluss Diskussion.
Das Dorf Kafountine an der senegalesischen Atlantikküste hat sich zu einem regionalen Zentrum der nicht industriellen Fischerei entwickelt. Unter härtesten Bedingungen verdienen sich dort rund 15.000 Menschen täglich ihren meist kargen Lebensunterhalt – sei es auf den Fischerbooten, als Träger für Fischkisten, in der Fischverarbeitung oder in der Räucherei. Die Arbeit wird von Hand erledigt und ist körperlich anstrengend. Die Menschen versuchen mit ihrer Arbeit zur Ernährungssicherheit in zahlreichen afrikanischen Ländern beizutragen, auch wenn die Konkurrenz durch europäische Trawler und chinesische Fischfabriken stetig steigt…

DO, 4. November | 20 Uhr | Neues Schauspiel Leipzig (Lützner Straße 29)
Wem gehört mein Dorf? (BRD 2021). Im Anschluss Diskussion voraussichtlich mit dem Filmemacher Christoph Eder und Aktiven der Antiprivatisierungsinitiative Leipzig (APRIL-Netzwerk). Sonderveranstaltung (nicht im gedruckten Programm). Die Veranstaltung musste im Sommerkino in Schönefeld-Ost aufgrund des Regenwetters leider ausfallen und wir holen sie an dieser Stelle nach.
In seinem Heimatdorf an der Ostsee beobachtet der Filmemacher Christoph Eder das Erwachen der Einwohner*innen aus ihrer politischen Lethargie im Kampf um das Schicksal des beliebten Touristenorts. Ein Film über das Wesen der Demokratie zwischen weißer Bäderarchitektur und dem Rauschen des Meeres.