"Le Heim"

Regie: Joseph Guimatsia, Leona Goldstein, Deutschland 2005, Doku., 16 Min., OmU

AktivistInnen der Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FIB) erzählen und zeigen selbst, wie das Leben in einem Asylbewerberheim ist.

Mitten im Wald befindet sich in einer ehemaligen NVA-Kaserne das Asylbewerberheim Waldsieversdorf. Was für manche als Idylle gilt, ist für andere ein Alptraum: Die nächste Bushaltestelle liegt eine Stunde Fußweg entfernt; medizinische Versorgung gibt es in Müncheberg erst nach Bewilligung durch das Sozialamt; Einkaufen geht ausschließlich in bestimmten Läden, die das Chipkartensystem unterstützen; Fremdbestimmung, Residenzpflicht und das Fehlen von Sprachkursen sind dazu da, Integration bewusst zu verhindern und Isolation zu fördern; hinzu kommt die ständige Angst vor Abschiebung, die zu Aussichtslosigkeit, Depression und Apathie führt.

Das Prinzip "Heim" ist Teil des strukturellen Rassismus, der im krassen Widerspruch zum Artikel 1, Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes steht: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt"